Tiflis – Eine schwangere britische Teenagerin, die mit 14 Kilogramm Drogen am Flughafen Tiflis festgenommen wurde, steht möglicherweise vor einer deutlich milderen Strafe – dank einer umstrittenen Geldzahlung ihrer Familie.
Bella May Culley, 19 Jahre alt und aus Teesside im Nordosten Englands, wurde im Mai in Georgien wegen versuchten Drogenschmuggels verhaftet. Ihr drohten bis zu 15 Jahre oder sogar lebenslange Haft. Nun könnte sie mit nur zwei Jahren Gefängnis davonkommen – vorausgesetzt, eine Vereinbarung mit der georgischen Staatsanwaltschaft wird rechtskräftig.
Ihr Anwalt Malkhaz Salakhaia bestätigte am Dienstag, dass sich die Verhandlungen in der Endphase befinden. „Alle Bedingungen sind bekannt, es fehlen nur noch technische Details“, sagte er. Die Familie habe laut Salakhaia rund 500.000 georgische Lari – umgerechnet etwa 184.000 US-Dollar – gezahlt, um eine Strafmilderung zu erwirken.

Culley plädierte nach ihrer Festnahme auf nicht schuldig. Sie behauptet, in Thailand entführt und gefoltert worden zu sein, bevor sie gezwungen wurde, die Drogen zu transportieren. Bei ihrer Ankunft in Georgien habe sie laut ihrem Anwalt sichtbare Spuren von Misshandlung gezeigt.
Ob sie im Rahmen der Vereinbarung ihre Aussage revidiert hat, bleibt bislang unklar. Auch eine mögliche Begnadigung durch den Präsidenten steht im Raum.
In Georgien erlaubt das Gesetz in bestimmten Fällen finanzielle Einigungen, die zu einer Reduzierung oder Aufhebung der Haftstrafe führen können – insbesondere bei Drogendelikten. Der Fall Culley wirft nun Fragen auf: über Gerechtigkeit, internationale Verantwortung und die Rolle von Geld im Strafvollzug.
Das endgültige Urteil wird für kommenden Montag erwartet.
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