Ein ohrenbetäubendes Krachen riss die Bewohner des Unterbezirks Pong Peng in der thailändischen Provinz Ang Thong am frühen Morgen aus dem Schlaf – die Hochwasserschutzmauer war an mehreren Stellen eingestürzt. Binnen Minuten strömten Wassermassen aus dem überfüllten Chao-Phraya-Fluss in die angrenzenden Dörfer und verwandelten die Straßen in reißende Ströme.
Mehr als 500 Häuser wurden überflutet, darunter viele von älteren und kranken Menschen, die von Rettungskräften unter dramatischen Umständen evakuiert wurden. „Die Dörfer 5 und 6 stehen mittlerweile zwei Meter unter Wasser“, berichtete Amnart Klaisit, der Unterbezirksvorsteher, sichtlich erschüttert.
Die Armee reagierte sofort: Ein Artilleriebataillon aus Lop Buri wurde nach Pong Peng entsandt, um bei der Evakuierung und Sicherung zu helfen. Bewohner packten hastig ihre Habseligkeiten und suchten Schutz auf höher gelegenen Straßenabschnitten – ein Bild der Verzweiflung und Entschlossenheit.
Doch Pong Peng ist kein Einzelfall. In den Bezirken Muang, Pa Moke, Wiset Chaicharn und Chaiyo sind über 2.600 Häuser betroffen. Auch in der benachbarten Provinz Chainat mussten Familien in der Nacht ihre Häuser verlassen, nachdem die Königliche Bewässerungsbehörde den Abfluss des Chao-Phraya-Staudamms auf 2.700 m³/s erhöht hatte – eine Maßnahme, die zwar notwendig war, aber fatale Folgen hatte.
In Sappaya wurden rund 2.000 Haushalte bereits zum dritten Mal in diesem Jahr von den Fluten heimgesucht. Und in Ayutthaya stieg der Wasserstand im Kanal Ko Muang innerhalb weniger Stunden um bis zu 40 Zentimeter.
Die Behörden machen den erhöhten Wasserabfluss für den Einsturz der Schutzmauer verantwortlich – doch für die betroffenen Familien zählt jetzt nur eines: Sicherheit und Hoffnung auf baldige Hilfe.
STIN // AI