Nach über einem Jahrzehnt auf der Flucht hat sich Nisit Sindhuprai, einst prominenter Anführer der thailändischen Rothemden-Bewegung und ehemaliger Abgeordneter, den Behörden gestellt. Der 58-Jährige war seit 2009 untergetaucht, nachdem er maßgeblich an der gewaltsamen Störung des ASEAN-Gipfels in Pattaya beteiligt gewesen war – ein Vorfall, der Thailand international blamierte und diplomatische Wellen schlug.
Am 6. November kontaktierte Nisit überraschend die Kriminalpolizei, um seine Selbststellung zu arrangieren. Auf einer Autobahnpolizeiwache in seiner Heimatprovinz Roi Et stellte er sich schließlich dem Haftbefehl des Provinzgerichts Pattaya. Der Vorwurf: Störung der öffentlichen Ordnung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch. Bereits 2019 war er in Abwesenheit zu vier Jahren Haft verurteilt worden.
Der Ursprung des Falls liegt im April 2009, als Nisit als führender Kopf der Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur (UDD) mit hunderten Demonstranten das Royal Cliff Beach Hotel stürmte – den Veranstaltungsort des ASEAN-Gipfels. Die Aktion zwang internationale Delegationen zur Flucht und führte zur sofortigen Absage des Treffens.
Nach seiner Festnahme verweigerte Nisit jegliche Aussage und bestritt die Vorwürfe. Die Polizei überstellte ihn umgehend dem Gericht in Pattaya, wo über sein weiteres Schicksal entschieden wird.
Brisant: Nisit ist Vater von Jiraporn Sindhuprai, einer bekannten Politikerin der Pheu Thai Partei und ehemaligen Ministerin im Büro des Premierministers. Die Selbststellung ihres Vaters wirft nun auch politische Schatten auf die aktuelle Regierung.
STIN // AI