Ein Fall von mutmaßlichem Menschenhandel erschüttert derzeit Thailand und Japan: Die japanische Polizei hat in Tokio ein zwölfjähriges thailändisches Mädchen aus einem Massagesalon befreit, in dem es zur Prostitution gezwungen wurde. Das Kind steht inzwischen unter staatlichem Schutz, während in beiden Ländern koordinierte Ermittlungen laufen.

Laut japanischen Behörden war das Mädchen Ende Juni mit einem 15-tägigen Touristenvisum gemeinsam mit seiner Mutter nach Japan eingereist. Kurz nach der Ankunft brachte die Mutter die Zwölfjährige in ein Kosmetik- und Massagestudio im Tokioter Bezirk Bunkyo, wo sie zurückgelassen wurde. Dort wurde sie gezwungen, in der Küche zu schlafen und täglich Kunden sexuell zu bedienen.

Nachdem ihr die Flucht gelang, suchte das Mädchen im September Hilfe bei den japanischen Einwanderungsbehörden und bat um Rückkehr nach Thailand, um ihre Ausbildung fortzusetzen. Ihre Aussage führte zur sofortigen Einleitung einer polizeilichen Untersuchung und einer Razzia in dem Massagesalon. Dabei wurden mehrere Thailänderinnen angetroffen, die ebenfalls in den Betrieb involviert gewesen sein sollen.

Die Polizei nahm den 51-jährigen Betreiber Masayuki Hosono fest. Ihm wird vorgeworfen, Minderjährige sexuell ausgebeutet und gegen Arbeitsgesetze verstoßen zu haben. Ermittler stellten Bargeld, Kundenlisten und Reisedokumente sicher. Nach ersten Erkenntnissen belaufen sich die durch die Ausbeutung des Mädchens erzielten Einnahmen auf etwa 627.000 Yen (rund 132.000 Baht), die vollständig von Erwachsenen einbehalten wurden.

Das thailändische Außenministerium bestätigte, dass das Kind als Opfer von Menschenhandel eingestuft wurde. Es befindet sich derzeit in einer geschlossenen Kinderschutzeinrichtung in Tokio, wo es medizinisch und psychologisch betreut wird.

Die thailändische Botschaft in Tokio und die Abteilung zur Bekämpfung des Menschenhandels (ATP) arbeiten eng mit japanischen Stellen zusammen, um den Fall aufzuklären. Generalmajor Wittaya Sriprasertphap erklärte, die Ermittlungen in Thailand konzentrierten sich auf die Rolle der Mutter, die verdächtigt wird, Teil eines größeren Netzwerks zu sein. Japanische Ermittler prüfen unterdessen Video- und Finanzdaten, um die Geldflüsse und Beteiligten zu identifizieren.

Beide Regierungen betonen ihre Absicht, alle Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Rückführung des Mädchens nach Thailand soll erst erfolgen, wenn ihr Zustand stabil ist und alle rechtlichen Schritte abgeschlossen sind.

 

STIN // AI

Von stin

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Siamfan
Siamfan
25 Tage zuvor

Und die Rückführung endet in den Armen der Mutter!??? 🤬

berndgrimm
berndgrimm
22 Tage zuvor
Antwort auf  stin

xxxxxxx

aber möcht aus Selbstmiterlebtem folgende Erklärung abgeben:
Die thailändischen Behörden inkl. Polizei tuen von sich aus überhaupt nix zur Aufklärung.Bestrafung hat die thailändische Rabenmutter nur dann zu befürchten wenn sie nicht genug Bestechung bezahlen kann.
Wenn etwas in TH unternommen wird dann von ausländischen Ermittlern und von NGO’s wie Paveena.
Da die thailändische Polizei zu einer Festnahme benötigt wird zieht diese dann die Sache an sich und macht ein großes Propagandahappening daraus.
Obiger Fall fand in Japan statt und aktiv waren ausschließlich japanische Behörden und die japanische Polizei.
Menschenhandel, Zwangsprostitution Minderjähriger ist ein großes Problem weltweit weil der Markt dafür da ist.
TH und thailändische Behörden (Polizei) sind fast immer auf der Seite der Täter zu finden.
In diesem Fall sind die Täter nicht nur die Mutter sondern auch thailändische Menschenhändler und thailändische Staatsbeamte.
Denen passiert in der Regel nichts weil sie genug Geld und Beziehungen haben. Und alle haben ihre unterrangigen Sündenböcke die geopfert werden können.

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