CHAI NAT – Die Provinz Chai Nat steht unter Wasser: Ein provisorischer Damm am Chao Phraya ist an zwei Stellen eingestürzt und hat binnen Stunden mehr als 400 Häuser überflutet. Die Hochwasserlage im Flussbecken bleibt kritisch, da der Abfluss aus dem Chao-Phraya-Staudamm seit Tagen konstant hoch ist.
Seit vier Tagen strömen 2.900 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Staudamm – eine Menge, die die flussabwärts gelegenen Bezirke schwer belastet. Besonders betroffen ist Sapphaya, wo ein vier Kilometer langer Schotterdamm den gewaltigen Wassermassen nicht standhielt. Die Fluten rissen die Barriere auf zwei Abschnitten ein und ergossen sich in die Gemeinden Moo 1 und Moo 2. Dort stehen die Häuser inzwischen bis zu zwei Meter tief im Wasser.
Am 14. November meldete die Messstation C2 in Nakhon Sawan einen Durchfluss von 2.976 Kubikmetern pro Sekunde. Der Pegel oberhalb des Staudamms lag bei 17,50 Metern über dem Meeresspiegel, unterhalb bei 16,67 Metern – 33 Zentimeter über dem Flussufer.
Für die Menschen in Bang Luang bedeutet das Ausnahmezustand. „Wir befinden uns in einer wirklich schwierigen Lage. Wir müssen durchs Wasser waten, um nach Hause zu gelangen, da Autos nicht durchkommen“, berichtet Sirin Phatsorn aus Moo 2. Sie schildert, wie die Gemeinde bereits vor Tagen warnte, Habseligkeiten in Sicherheit zu bringen – in Erwartung, dass der provisorische Damm den Druck nicht überstehen würde.
Die Katastrophe zeigt, wie fragil die Schutzmaßnahmen entlang des Chao Phraya sind. Während die Behörden den Abfluss weiter hochhalten müssen, wächst die Sorge, dass weitere Gebiete überflutet werden.
STIN // AI