Ein Außenseiter schreibt Geschichte

Die Monthong Wittaya School aus der Provinz Chachoengsao hat geschafft, was kaum jemand für möglich hielt: Sie stürmte als Debütant ins Finale des 7HD Champions Cup 2025. Am 8. November stand die Mannschaft im Suphachalasai Nationalstadion in Bangkok dem Favoriten Chainat PAO School gegenüber – ein Duell, das nicht nur sportlich, sondern auch politisch elektrisierte.

Mehr als 30.000 Zuschauer füllten das Stadion bis auf den letzten Platz, ein Bild, das Erinnerungen an das legendäre King’s-Cup-Finale zwischen Thailand und Südkorea vor über drei Jahrzehnten weckte.

Politik im Stadion

Die Euphorie der Fans war nicht allein dem Fußball geschuldet. Einflussreiche Politiker nutzten die Bühne, um ihre Nähe zum Volk zu demonstrieren. Kostenlose Busfahrten, gesponserte Turniere und großzügige Spenden machten den Weg ins Stadion für viele erst möglich.

  • Die Familie Chaisang aus Chachoengsao stellte Transportmittel bereit und mischte sich unter die Anhänger.
  • Ex-Bildungsminister Chaturon Chaisang zeigte Präsenz unter den Monthong-Fans.
  • Itthi Sirilatthayakorn, langjähriger Abgeordneter, organisierte Busse und verfolgte das Spiel mit Bürgern bei einer Live-Übertragung.
  • Sein Sohn, Sportminister Atthakorn Sirilatthayakorn, hatte zuvor ein lokales Turnier gesponsert, um Monthong vorzubereiten.
  • Thamanat Prompow, stellvertretender Premierminister, steuerte 100.000 Baht bei und pries das Team als „inspirierendes Beispiel“.

Auch auf Seiten von Chainat war Politik allgegenwärtig: Die mächtige Familie Nakasai betreibt nicht nur die Fußballakademie der Chainat PAO School, sondern auch den Chainat Hornbill FC. Nach dem 2:1-Sieg feierten Anucha und Jitthana Nakasai gemeinsam mit Tausenden Fans eine triumphale Parade.

Fußball als Wahlkampfwaffe

In Thailand ist Fußball mehr als Sport – er ist ein politisches Instrument. Politiker erkennen die Strahlkraft des Spiels und nutzen Vereinsgründungen, Sponsoring und öffentliche Auftritte, um ihre Popularität zu steigern.

  • Buriram United ist das Paradebeispiel: gegründet von Newin Chidchob, einst politischer Strippenzieher, heute Vereinsboss.
  • Andere Provinzclubs wie Suphanburi FC, Uthai Thani FC oder Chonburi FC verdanken ihre Existenz ebenfalls politischen Dynastien.

Obwohl Fußballvereine selten profitabel sind, bleibt die Investition für Politiker lohnend – nicht finanziell, sondern als Mittel zur Machtsicherung.

Blick über die Grenzen

Auch auf internationaler Bühne versuchten thailändische Politiker, Fußball für ihre Zwecke zu nutzen. Ex-Premierminister Thaksin Shinawatra wollte Anfang der 2000er Jahre Fulham und später Liverpool kaufen – mit staatlicher Lotterie als Finanzierungsquelle. Die Deals scheiterten, doch 2007 erfüllte er sich den Traum mit dem Kauf von Manchester City. Ein Jahr später musste er den Club wieder verkaufen, nachdem sein Vermögen eingefroren worden war.

Fazit

Das Finale des 7HD Champions Cup 2025 war mehr als ein Schülerturnier. Es war ein Schaufenster für die enge Verflechtung von Politik und Fußball in Thailand – ein Zusammenspiel, das seit Jahrzehnten die Machtverhältnisse im Land prägt.

 

STIN // AI

Von stin

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Siamfan
Siamfan
19 Tage zuvor

Wenn Politik auf den Ball trifft – Thailands Machtspiele im Fußball 151125/
UM MOHAMMED s WILLEN JETZT SCHREIBT DER SPAM-STIN AUCH NOCH VON FUSSBALL, WO ER AUCH KEINE AHNUNG VON HAT!
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