Mit einem Schritt, der Thailands Finanzwelt aufhorchen lässt, hat Seine Majestät der König den ehemaligen Gouverneur der Bank of Thailand (BOT), Sethaput Suthiwartnarueput, zum Berater des Privy Purse Bureau ernannt. Ab dem 1. Oktober wechselt der 60-Jährige von der Spitze der Zentralbank in die königliche Vermögensverwaltung – und setzt damit eine Karriere fort, die von akademischer Exzellenz, Krisenbewältigung und institutioneller Unabhängigkeit geprägt ist.
Akademische Brillanz und internationale Erfahrung
Sethaput studierte Wirtschaftswissenschaften am renommierten Swarthmore College und erwarb an der Yale University sowohl einen MPhil als auch einen Ph.D. Seine ersten Stationen führten ihn zu McKinsey in New York und zur Weltbank – ein Fundament, das ihn früh in globale Finanzfragen eintauchen ließ.
Die Asienkrise als Wendepunkt
1997, als der Baht kollabierte und die Asienkrise Thailand erschütterte, wurde Sethaput ins Finanzministerium geholt. Gemeinsam mit Veerathai Santiprabhob gründete er das Institut für Finanzpolitikforschung und arbeitete eng mit dem IWF am Rettungspaket. Dieser Moment markierte seinen Eintritt in die erste Reihe der Krisenmanager des Landes.
Aufstieg im Privatsektor
Nach seiner Regierungszeit wechselte er in die Führungsetagen der thailändischen Börse und der Siam Commercial Bank. Dort half er, die Bank durch schwierige Jahre zu steuern – ein weiterer Beweis seiner Fähigkeit, in turbulenten Zeiten Stabilität zu schaffen.
Gouverneur in stürmischen Zeiten
2020 übernahm Sethaput die Leitung der BOT. Während seiner fünfjährigen Amtszeit navigierte er durch politische Unsicherheit, Forderungen nach Zinssenkungen und die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Trotz wechselnder Regierungen hielt er unbeirrt an der Unabhängigkeit der Zentralbank fest. Unter seiner Führung blieb die Inflation vergleichsweise niedrig, und die internationalen Reserven boten Schutz vor neuen Krisen.
Selbstkritik und klare Worte
Sethaput räumte ein, dass seine Kommunikation mit den Märkten nicht immer treffsicher war. Gleichzeitig warnte er vor der Fixierung auf kurzfristige Konjunkturprogramme und sprach offen über die strukturellen Probleme Thailands: sinkende Wettbewerbsfähigkeit, geringe Investitionen und eine alternde Bevölkerung. Besonders deutlich äußerte er sich zur Haushaltsverschuldung – nicht Kredite, sondern unzureichende Einkommen seien das eigentliche Problem.
Das Privy Purse Bureau – Tradition und Macht
Das Privy Purse Bureau, ursprünglich von König Chulalongkorn gegründet, ist heute einer der größten Grundbesitzer des Landes. Nach seiner Umbenennung im Juni 2025 knüpft es wieder an historische Wurzeln an, bleibt aber durch die Gesetzesänderungen von 2018 eng mit der königlichen Verfügungsmacht verbunden. Sethaputs Ernennung signalisiert, dass die Verwaltung des königlichen Vermögens künftig auf die Expertise eines Mannes setzt, der Krisen kennt – und Unabhängigkeit verteidigt hat.