Die Medizinische Fakultät der Universität Chiang Mai hat einen historischen Erfolg verkündet: Zum ersten Mal gelang es einem thailändischen Ärzteteam, eine Lebertransplantation von einem lebenden Spender durchzuführen – und das unter außergewöhnlichen Umständen.
Der Patient, ein etwa 20-jähriger Student, litt seit seiner Geburt an Gallengangsatresie, einer seltenen Erkrankung, die die Leberfunktion massiv beeinträchtigt. Trotz einer ersten Operation im Jahr 2005 verschlechterte sich sein Zustand in den vergangenen Jahren dramatisch. Mehrfach drohte akutes Leberversagen – ein Wettlauf gegen die Zeit begann.
In dieser kritischen Lage trat sein jüngerer eineiiger Zwillingsbruder vor und erklärte sich bereit, 65 Prozent seiner eigenen Leber zu spenden. Die genetische Nähe der Brüder erwies sich als entscheidender Vorteil: Durch die fast identischen Merkmale konnte das Risiko einer Abstoßung minimiert und die Notwendigkeit langfristiger Immunsuppressiva deutlich reduziert werden.
Unter der Leitung von Associate Professor Dr. Sanhavich Chanrangsi dauerte die hochkomplexe Operation mehr als neun Stunden. Das Ärzteteam hatte zuvor beide Brüder umfassend untersucht und einen detaillierten Rehabilitationsplan erstellt. Der Empfänger wird nun engmaschig überwacht – die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.
Dr. Sanhavich betonte die historische Dimension des Eingriffs: „Dies ist das erste Mal, dass eine medizinische Einrichtung in Thailand erfolgreich eine Lebertransplantation von einem lebenden Spender durchgeführt hat.“

Damit schreibt die Universität Chiang Mai nicht nur Medizingeschichte, sondern auch eine bewegende Geschichte familiärer Hingabe – ein Bruder, der buchstäblich einen Teil seines Lebens schenkte, um das seines Zwillings zu retten.
Redaktion STIN // CTN-Media