Thailand reagiert mit Tempo und Strategie auf die jüngsten Zollschläge aus Washington. Nachdem die USA die Einfuhrzölle auf thailändische Produkte um 19 % erhöht haben, setzt Bangkok auf eine aggressive Diversifizierung seiner Exportmärkte. Ziel: die Abhängigkeit vom wichtigsten Handelspartner USA verringern, neue Märkte erschließen und das Bruttoinlandsprodukt nachhaltig steigern.
Die Ausgangslage: USA als dominanter Partner
Von Januar bis September 2025 exportierte Thailand Waren im Wert von 52,1 Milliarden US-Dollar in die Vereinigten Staaten – ein Plus von 28,6 % gegenüber dem Vorjahr. Damit entfielen 20,5 % aller thailändischen Exporte auf die USA. China folgt mit 30,7 Milliarden US-Dollar (12,1 % Anteil). Doch die neuen US-Zölle drohen, diese Erfolgsgeschichte abrupt zu bremsen.
Die Antwort: „Balance – Inclusion – Diversify“
Handelsministerin Suphajee Suthumpun setzt auf eine Dreifachstrategie:
- Traditionelle Märkte sichern
- Neue Märkte erschließen
- Thailands Rolle in globalen Lieferketten stärken
Die Regierung hat die Diversifizierung sogar in ihre Grundsatzerklärung aufgenommen – als Teil der „Quick Big Win“-Agenda, die am 10. November 2025 vom Wirtschaftskabinett verabschiedet wurde.
Drei Abkommen, ein Jahr
Innerhalb von zwölf Monaten sollen drei zentrale Freihandelsabkommen abgeschlossen werden:
| Abkommen | Erwartetes BIP-Wachstum | Zeitplan |
|---|---|---|
| Thailand–EFTA | +0,179 % | Vorlage im Parlament Januar 2026 |
| Thailand–EU | +1,28 % | Klärung offener Punkte vor Einreichung |
| Thailand–Südkorea CEPA | +0,32–0,44 % | Abschluss bis Dezember 2025 |
Allein diese Deals sollen binnen eines Jahres zusätzliche Handelswerte von 139 Milliarden Baht generieren.
Spezialeinsatzgruppe für neue Märkte
Parallel dazu arbeitet eine „Special Task Force“ des Handelsministeriums an der Expansion in strategische Regionen:
- Westchina (Chengdu, Chongqing, Xishuangbanna): Lebensmittel, Getränke, Tierfutter
- Vietnam: Produkte für Mutter und Kind
- Indien (Mumbai): Umweltgüter und -dienstleistungen
Erwarteter Mehrwert: 190 Millionen Baht.
Globale Expansion ab 2026
Thailand plant eine breit angelegte Handelsmission in Europa, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Afrika und Südasien. Zielmärkte reichen von Norwegen über Brasilien bis nach Saudi-Arabien und Uganda. Die Produktpalette reicht von Maschinen und Schwerindustriegütern für Afrika bis zu Mode und Lebensmitteln für Europa. Prognose: Exporte von mindestens 95 Milliarden US-Dollar – ein Wachstum von 9 %.
NESDC mahnt: Diversifizierung mit Augenmaß
Onfa Vechacheewa, Generalsekretärin des NESDC, fordert neben der Marktöffnung auch Kostensenkungen, Stärkung von KMU und ein besseres Risikomanagement bei Wechselkursschwankungen. Trotz aller Bemühungen bleibe die USA ein „wichtiger und wachsender Markt“, mit dem die Verhandlungen fortgesetzt werden müssten.
Redaktion STIN // CTN-Media
Hört sich alles gut an, ist aber in der Abwicklung gar nicht so gut und einfach. Speziell Thailand – EU ist gar nicht so einfach, und noch weit entfernt.
Und kommt darauf an wer die nächste Regierung stellt, und wie lange die an der Macht ist. Thailand – Süd-Korea ist auch sehr fragil, da Sued Korea mehr zu Amerika tendiert.
Also alles in einem wieder ein grosses Wunschdenken von Seiten Thailands.
Ja, Freihandelsabkommen sind oft auch umstritten, siehe Mercur u.a.
Weil dann oft die Einheimischen darunter leiden, wenn Billigware das Land flutet.
Aber sehen wir mal, was daraus wird – erst muss ja eh eine Regierung aufgestellt werden,
die aktuelle kann im Dezember schon Geschichte sein.
thailand startet handels offensive drei freihandelsabkommen sollen abhaengigkeit von den usa brechen 251125/
BLEIBT ZU HOFFEN, DER US-EXPORT KANN ENTSPRECHEND VERLAGERT WERDEN UND SCHMALZLOCKE ERHOEHT NICHT WIEDER DIE ZOELLE!!?