Der Gouverneur der thailändischen Zentralbank, Vitai Ratanakorn, hat am Samstag ein klares Signal gesendet: Ein schwächerer Baht könnte der angeschlagenen Wirtschaft dringend benötigte Luft verschaffen. Gleichzeitig stellte er weitere Zinssenkungen in Aussicht, sollte das Wachstum weiter ins Stocken geraten.
Der Baht hat sich in diesem Jahr um rund 6 Prozent gegenüber dem US-Dollar verteuert – und avancierte damit zur zweitstärksten Währung Asiens. Was für Anleger glänzt, belastet jedoch die tragenden Säulen der thailändischen Wirtschaft: Exporte und Tourismus.
„Die Zentralbank möchte, dass der Baht auf ein angemessenes Niveau abwertet, das den wahren Zustand unserer Wirtschaft widerspiegelt“, erklärte Vitai bei einer Veranstaltung in Chiang Mai. Ein konkretes Ziel nannte er nicht, doch er betonte: „Ich denke, der Baht kann noch weiter an Wert verlieren.“
Die Stärke der Währung sei vor allem auf den schwächeren Dollar und Thailands Leistungsbilanzüberschuss zurückzuführen. Im September erreichte der Baht sogar ein Vierjahreshoch, begünstigt durch seine enge Korrelation mit dem Goldpreis. Für das kommende Jahr erwartet Vitai eine Entspannung – da der Überschuss schrumpfen dürfte.
Auch geldpolitisch hält sich die Zentralbank alle Optionen offen. Der Leitzins liegt seit Oktober unverändert bei 1,50 Prozent, nachdem er im Vorjahr viermal gesenkt wurde. Die nächste Entscheidung fällt am 17. Dezember – einige Ökonomen rechnen mit einem weiteren Schritt nach unten.
Die Lage ist angespannt: Die Inflationsrate ist seit sieben Monaten negativ, die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal nur um 1,2 Prozent – das schwächste Tempo seit vier Jahren. Gegenüber dem Vorquartal schrumpfte das BIP sogar um 0,6 Prozent. Für 2025 rechnet die Zentralbank nur noch mit 1,6 Prozent Wachstum.
Die Regierung von Premierminister Anutin Charnvirakul reagiert mit einer Task Force namens „Connect the Dots“, die verdächtige Geldflüsse untersuchen soll. Im Fokus stehen Online-Glücksspiel, Betrugskonten und andere „Graugeld“-Transaktionen, die den Baht künstlich stark halten könnten.
Vitai machte deutlich: Die Zentralbank sei bereit, gegen spekulative Verzerrungen vorzugehen – könne aber nur die Volatilität dämpfen, nicht den Trend selbst umkehren.
Redaktion STIN // CTN-Media
Da wäre doch eine gute Idee 😃
wenn sie denn wahr würde 👍🙏
Das schreibe ich seit Jahren, werde aber immer von den Schlaubergern niedergemacht 😡🙏
Wer sind die Schlauberger?
So niedrig kann der THB garnicht fallen daß die Abzock Preise für Wein und Käse z.B. Realitätsnah werden !
Was nützt eine Abwertung des THB um 5-10% wenn die Preise 3-5 mal so hoch sind wie in D z.B. ?
Ja, die gleiche Abzocke in Klagenfurt im Asia Shop – Wahnsinnspreise.
Eine Papaya – 7-10 EUR – schon heftig.
Nun fahren wir nach Laibach/Slowenien, dort sind die Preise in den Asia-Shops
günstiger. Slowenien ist überhaupt recht günstig, auch beim Tabak.
Nicht mehr wie früher, aber schon noch billiger.
Ja, das kommt andersrum auch hin – alles um 3-5, oft noch mehr – teurer.
Vor allem Gemüse aus TH – bis zu 10x teurer.