Trotz eines dramatischen Einbruchs der Inlandsnachfrage halten Japans Automobilriesen Toyota und Isuzu an ihren Produktionslinien in Thailand fest – und sichern zugleich den angeschlagenen Zulieferern Unterstützung zu.
Die Lage ist ernst: Laut dem Verband der thailändischen Industrie brach der Pickup-Absatz in den ersten zehn Monaten um 14,6 % auf 117.272 Einheiten ein. Besonders betroffen sind die Zulieferer, deren Produktion zu 90 % an die Pickup-Montage gekoppelt ist. „Wir versuchen, thailändische und japanische Partner zu stabilisieren, damit sie auch in schwierigen Zeiten Arbeitsplätze sichern können“, betonte Noriaki Yamashita, Präsident von Toyota Motor Thailand.
Die Branche ist ein Schwergewicht der Wirtschaft: Über 900.000 Beschäftigte leben direkt von der Automobil- und Teileproduktion. Mehr als 80 % der Komponenten werden lokal gefertigt – ein Faktor, den Toyota mit Blick auf die Regierungsstrategie zur Stärkung heimischer Wertschöpfung hervorhebt.
Während Toyota auf eine Erholung des Pickup-Segments ab Mitte 2026 setzt, verweist Yamashita auf kurzfristige Impulse durch „Quick Big Win“-Projekte der Regierung, den Tourismusboom und neue Agrarabkommen.
Auch Isuzu reagiert: Präsident Takashi Hata kündigte an, verstärkt elektrische Pickups für den Export zu produzieren und Schichtmodelle anzupassen, um trotz hoher Haushaltsverschuldung und schwacher Kaufkraft die Belegschaft zu halten. Zudem fordert Isuzu eine Verlängerung des 5-Milliarden-Baht-Kreditgarantieprogramms für Käufer.
Die Prognosen bleiben vorsichtig optimistisch: Für 2025 erwartet Isuzu 145.000 verkaufte Pickups und insgesamt 595.000 Fahrzeuge. Doch bis zur erhofften Trendwende bleibt die Branche im Ausnahmezustand – zwischen globalen Konjunkturerwartungen und der Frage, ob Thailands Pickup-Markt seine alte Stärke zurückgewinnen kann.
STIN // AI