Bangkok – In einem der größten Anti-Geldwäsche-Schläge der letzten Jahre hat Thailands Amt zur Bekämpfung von Geldwäsche (AMLO) Vermögenswerte in Milliardenhöhe beschlagnahmt. Die Maßnahme richtet sich gegen ein weit verzweigtes transnationales Netzwerk, das mit Investmentbetrug, Kryptowährungs-Waschsystemen und der Verschleierung von Immobilien in Verbindung steht. Im Zentrum der Ermittlungen stehen der südafrikanische Finanzier Ben Smith, auch bekannt als Benjamin Mauerberger, sowie die kambodschanischen Tycoons Chen Zhi und Kok An, enge Beraterkreise rund um den kambodschanischen Machthaber Hun Sen.

Laut AMLO wurden 289 Vermögenswerte im Gesamtwert von mehr als 10 Milliarden Baht eingefroren – darunter Grundstücke, Gebäude, Bankeinlagen, Bargeld und Luxusgüter. Allein 66 Vermögenswerte im Wert von 9,279 Milliarden Baht werden Smith zugerechnet, der enge Verbindungen zu politischen Kreisen in Bangkok und Phnom Penh pflegt.

Die Ermittler beschreiben ein Netz aus hybriden Betrugsmodellen: Gelder aus Online-Scam-Zentren und Anlagebetrugsprogrammen wurden über Kryptowährungen, Strohmänner und Offshore-Konten verschleiert. Immobilienkäufe in Thailand und Kambodscha verschleierten zusätzlich die Herkunft der Gelder. In Kambodscha sollen dazu laut AMLO Einrichtungen wie das Crown-Casino und das Hiso-Gebäude zur Geldwäsche genutzt worden sein.

Auch gegen Chen Zhi, den mächtigen Chef der kambodschanischen Prince Holding Group, wird ermittelt. Das US-amerikanische FBI untersucht demnach sein Netzwerk, das mutmaßlich in Online-Betrug, Menschenhandel und Kryptogeldwäsche verwickelt ist. Thailändische Ermittler verfolgten Finanzströme über Landesgrenzen hinweg und beschlagnahmten über 370 Millionen Baht in Vermögenswerten, darunter Schmuck, Bargeld und Markenartikel.

Zusätzliche Beschlagnahmungen richten sich gegen Netzwerke rund um Tangthai Banmahing und Uea-Angkoon Santirakyothin, die Anleger mit Apps und Online-Gruppen täuschten. Ihre Operationen führten zu weiteren 76 eingefrorenen Vermögenswerten.

Der Fall hat auch politische Sprengkraft: Ben Smith hatte im Oktober eine Verleumdungsklage über 100 Millionen Baht gegen den Abgeordneten Rangsiman Rome eingereicht, nachdem dieser ihn im Parlament als nationale Bedrohung bezeichnet hatte. Seine Verbindungen zum stellvertretenden Premierminister Thamanat Prompow werfen nun Fragen über den Einfluss illegaler Finanzströme auf die thailändische Politik auf.

Laut AMLO deuten die Enthüllungen auf eine komplexe finanzielle Infrastruktur hin, die von Südafrika über Kambodscha bis nach Thailand reicht. Die thailändischen Behörden arbeiten mit dem FBI und internationalen Finanzaufsichten zusammen, um den globalen Geldfluss über Kryptobörsen und Strohmänner zu verfolgen. Alle beschlagnahmten Vermögenswerte bleiben eingefroren, bis die Gerichte über ihre Einziehung entscheiden.

Dieser Fall gilt als Meilenstein in der internationalen Zusammenarbeit gegen Finanzkriminalität – und legt offen, wie eng Politik, Kapital und organisierte Kriminalität in Südostasien miteinander verflochten sind.

 

STIN // AI

Von stin

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Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
1 Monat zuvor

Es ist unglaublich mit was für Beträgen hier herum geschmissen wird.
Auch von einfachen Leuten, wo kommt denn das ganze Geld 💰 her?
Und der unbescholtene Expat wird wegen irgendwas schikaniert.
Habe ich gerade wieder erlebt. Die Gutschrift meiner Rente und eine Überweisung wurden erst nach Reklamation gutgeschrieben 😡

Zuletzt bearbeitet am 1 Monat zuvor von Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
1 Monat zuvor
Antwort auf  stin

STIN schiebt alles auf seinen Lieblingsfeind HunSen.
Wenn ich heute in YouTube lese eine thailändische Schauspielerin betrügt.
Oder Callcenter in Myanmar werden gesprengt.
War das auch HunSen ?
STIN 🥱 hat in Kärnten seinen Blick auf das aktuell wahre Thailand verloren , wie berndgrimm immer richtig schreibt 👍🙏
Er hat nur seine nicht wahrscheinlichen
Wahlprognosen im Blick.👎🙏

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat zuvor
Antwort auf  stin

xxxx

Im Gegensatz zu STIN war ich schonmal selber in den Casinos in Poipet und in Tachilek.
Nicht zum zocken sondern zum sehen und hören, deshalb wurde ich auch ziemlich schnell hinauskomplimentiert.
Die Kunden sind fast nur Thai und die Chefs auch.
Natürlich haben die ihre eingeborenen Strohmänner und na klar werden die dortigen Machthaber am Gewinn beteiligt.
Aber die Hintermänner sind immer Thai.
STIN hat doch angeblich fast 40 Jahre in TH gelebt, da muß er doch irgendwann auch mal mit offenen Augen und Ohren durchs Land gegangen sein.Auch wenn er vor der Realität lieber wegrennt.Soviel Naivität traue selbst ich ihm nicht zu.
Und viele Leser die ihm den Quatsch abnehmen wird er auch nicht finden.
Und was die von ihm hier immer verkündeten „Wahlen“ angeht
so glaube ich erst daran wenn sie stattgefunden haben.
Und das Ergebnis hängt ausschließlich davon ab wieviel Wahlbetrug Anutin und seine Komplizen betreiben können.
Anutin ist in seinem Amt ungewählt.Die Volkspartei hat ihn nur als Übergangskandidat bis zu den Wahlen mitgewählt. Aber er möchte natürlich den Prayuth machen und solange wie irgend möglich ungewählt an der Macht bleiben.
Denn nach einer nur halbwegs sauberen Wahl (für Thai Verhältnisse) wird er sowas von abgewählt sein.
Trotz STIN’s ständiger Wahlwerbung für ihn.
Ich sehe ihn und seinen Chef Newin keineswegs als kleineres Übel als Thaksin an.
Früher hat TH wenigstens noch Angst vor Gesichtsverlust im Ausland gehabt weil man die dortigen Märkte und Touristen brauchte.
Heute meint man wenn man Trump und Kingpin Xi gleichzeitig in den A…. kriecht könnte man an deren vermeintlicher Macht partizipieren.

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berndgrimm
berndgrimm
1 Monat zuvor
Antwort auf  stin

Obwohl STIN schon in Tachilek war ist ihm nicht aufgefallen daß die Burmesen meist mehr und besser Englisch sprechen und auch verstehen als z.B. die Thai.
Sie waren mal britische Kolonie , das hatte nicht nur Nachteile.
Zu den Casinos in Kambodscha hier ein Auszug aus dem FARANG , der STIN sicherlich näher steht als mir:

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Kambodscha zählt inzwischen rund 150 Casinos, vorwiegend entlang der thailändischen Grenze. Als Zentrum gilt Poipet in der Provinz Banteay Meanchey, wo rund 80 Prozent der Gäste aus Thailand stammen. Die größten Betriebe sind Grand Diamond City, das dem ehemaligen thailändischen Abgeordneten Watthana…

Es ist jedoch gestattet unseren Artikel mit folgendem Link zu teilen:

https://der-farang.com/de/pages/grenzstreit-legt-casino-imperium-offen

Gerichtstand ist Chonburi, Thailand. ©Matt Productions Co., Ltd. – DER FARANG®. Alle Rechte vorbehalten. 6.12.2025

Da steht noch viel mehr:
https://der-farang.com/de/pages/grenzstreit-legt-casino-imperium-offen

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat zuvor
Antwort auf  Wolfgang Kempf

You may think that emoji has something to do with conveying emotion, however the similarity in the two words is entirely coincidental.
The word is actually Japanese, combining the kanji for picture and character.
The first work is picture, which is 絵, and is pronounced eh. Letter, or character in Japanese is 文字, and is pronounced mōji.

berndgrimm
berndgrimm
1 Monat zuvor
Antwort auf  Wolfgang Kempf

erklärung siehe unten

2
Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
1 Monat zuvor
Antwort auf  berndgrimm

Bahnhof 😁

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