Bei der Militärparade des 67. Jahrgangs der Verteidigungsakademie in Pyin Oo Lwin am 3. Dezember schlug General Min Aung Hlaing, Vorsitzender der Staatssicherheits- und Friedenskommission (SSPC) und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, einen ungewöhnlich selbstkritischen Ton an. Mehr als sieben Jahrzehnte bewaffneter Konflikte hätten, so erklärte er, „keine nennenswerten Ergebnisse“ hervorgebracht – vielmehr habe der Krieg die Demokratie im Land zurückgeworfen.

In seiner Rede begründete der General die Machtübernahme des Militärs mit dem, was er als „schwerwiegenden Wahlbetrug“ bei den Wahlen 2020 bezeichnete. Gleichzeitig warf er der Exilregierung NUG und dem CRPH vor, junge Menschen in die Irre zu führen und sie mit dem Versprechen einer bedrohten Demokratie zum bewaffneten Widerstand zu verleiten. Das Ergebnis sei, so Hlaing, ein „massiver Verlust an Humankapital“ für Myanmar.

Der Oberbefehlshaber betonte, dass echter Fortschritt nur durch Dialog und Zusammenarbeit möglich sei. Das Militär habe deshalb die Tür für alle bewaffneten Gruppen – einschließlich der Volksverteidigungskräfte (PDF) – geöffnet, um innerhalb eines rechtlichen Rahmens am Aufbau einer föderalen Union mitzuwirken.

Gleichzeitig kritisierte er ethnische Organisationen, die trotz Unterzeichnung des Nationalen Waffenstillstandsabkommens ihre Verpflichtungen gebrochen hätten. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit habe das Tatmadaw sechs Friedensrichtlinien entwickelt, die einen nachhaltigen Ausgleich sichern sollen.

Hlaing unterstrich, dass Frieden die Voraussetzung für nationale Entwicklung und Gemeinwohl sei. Unter Berufung auf Artikel 339 der Verfassung von 2008 erinnerte er daran, dass die Streitkräfte den Auftrag hätten, Myanmar gegen innere und äußere Bedrohungen zu schützen.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen forderte er den Aufbau eines modernen, landesweiten Verteidigungssystems, das unabhängig von ausländischem Einfluss funktioniert. Myanmar setze dabei auf eine „von der Bevölkerung getragene Milizstrategie“ – jeder Bürger habe die historische Verantwortung, die Souveränität des Landes gemeinsam mit dem Tatmadaw zu verteidigen.

 

STIN // AI

Von stin

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