Kurzfassung: Vietnam marschierte Ende 1978 in Kambodscha ein, um das brutale Regime der Roten Khmer unter Pol Pot zu stürzen. Der Einmarsch führte zur Befreiung von Millionen Menschen aus dem Genozid. Hun Sen, ein ehemaliger Kommandeur der Roten Khmer, spielte eine entscheidende Rolle, indem er sich Vietnam anschloss und später als Premierminister die neue Regierung Kambodschas anführte.
Hintergrund: Pol Pot und die Roten Khmer
- Pol Pot führte die Roten Khmer ab 1975 in eine radikale kommunistische Revolution.
- Ziel: Errichtung einer agrarischen Utopie durch Abschaffung von Städten, Geld und Religion.
- Folge: Genozid an 1,7–2 Millionen Menschen durch Hunger, Zwangsarbeit und Massenhinrichtungen.
- Das Regime isolierte sich international und führte Grenzüberfälle gegen Vietnam, was die Lage eskalierte.
Gründe für den vietnamesischen Einmarsch
- Grenzkonflikte: Ab 1977 griffen die Roten Khmer vietnamesische Dörfer an, töteten tausende Zivilisten.
- Sicherheitsinteressen: Vietnam sah die Angriffe als Bedrohung seiner Souveränität.
- Humanitäre Katastrophe: Millionen Kambodschaner litten unter Hunger und Gewalt.
- Geopolitik: Vietnam stand im sowjetischen Lager, während Pol Pot Unterstützung aus China erhielt. Der Einmarsch war auch Teil des Sino-sowjetischen Konflikts.
Verlauf des Einmarsches
- 25. Dezember 1978: Vietnam startete eine großangelegte Offensive.
- 7. Januar 1979: Vietnamesische Truppen nahmen Phnom Penh ein und stürzten Pol Pot.
- Es wurde die Volksrepublik Kampuchea gegründet, eine von Vietnam unterstützte Regierung.
- Vietnam blieb bis 1989 militärisch präsent, was international als „Besatzung“ kritisiert wurde.
Rolle von Hun Sen
- Hun Sen war ursprünglich ein Offizier der Roten Khmer, floh aber 1977 nach Vietnam.
- Dort schloss er sich der Kampuchean United Front for National Salvation an, einer von Vietnam unterstützten Widerstandsbewegung gegen Pol Pot.
- Nach der Befreiung 1979 wurde Hun Sen zunächst Außenminister, später (1985) Premierminister.
- Er betonte wiederholt, dass ohne Vietnam die Befreiung Kambodschas unmöglich gewesen wäre.
- Hun Sen nutzte die vietnamesische Unterstützung, um seine Macht zu festigen und wurde über Jahrzehnte die dominierende Figur in der kambodschanischen Politik.
Folgen und internationale Reaktionen
- China reagierte mit einem kurzen Krieg gegen Vietnam (Februar 1979), um Pol Pot indirekt zu unterstützen.
- Westliche Staaten und die UNO erkannten die von Vietnam eingesetzte Regierung zunächst nicht an, sondern weiterhin die Roten Khmer als legitime Vertretung Kambodschas.
- Erst mit den Pariser Friedensabkommen 1991 endete die internationale Isolation.
- Der Einmarsch gilt heute als Ende des kambodschanischen Genozids, auch wenn die vietnamesische Präsenz damals umstritten war.
Fazit
Der vietnamesische Einmarsch in Kambodscha war sowohl ein militärischer Schutz vor Grenzüberfällen als auch eine humanitäre Intervention gegen Pol Pots Terrorherrschaft. Hun Sen nutzte diese historische Zäsur, um sich als Führungsfigur zu etablieren und prägte die kambodschanische Politik bis ins 21. Jahrhundert.
STIN // AI
Warum nicht noch einmal – um die Unterdrückung des Khmer-Volkes durch den Pol-Pot-Offizier Hun Sen und seiner
Mafia-Familie zu beenden.
Dann den ins Ausland geflohenen, Demokratie-freundlichen Sam Rainsy zurückholen und schon hätte
Kambodscha eine vernünftige Regierung.