Die thailändisch-kambodschanische Grenze steht erneut in Flammen: Mit gepanzerten Mannschaftstransportwagen vom Typ M113 durchbrach die Burapha Task Force heute den Stacheldrahtzaun bei Ban Nong Chan und Ban Nong Ya Kaew in der Provinz Sa Kaeo. Die Operation markiert eine gefährliche Ausweitung des Konflikts von der nordöstlichen Front bis in die östlichen Grenzgebiete.
Nur Stunden zuvor hatte eine 122-mm-BM21-Rakete, abgefeuert von kambodschanischen Einheiten, den Bezirk Ta Phraya getroffen. Als Reaktion rückten thailändische Truppen in die umstrittenen Dörfer vor, die seit Jahrzehnten Zufluchtsort für kambodschanische Bürgerkriegsflüchtlinge sind – und nun erneut zum Zankapfel zwischen beiden Staaten werden.
Kontrolle und Gegenangriffe
Thailand meldet inzwischen die vollständige Kontrolle über die Dörfer und kündigt den Bau neuer Grenzzäune an. Parallel dazu zerstörten Einheiten der Zweiten Armeeregion kambodschanische Anti-Drohnentürme bei Khao Phra Viharn und Huai Ta Maria sowie weitere strategische Einrichtungen. Unter den Angriffszielen:
- ein verlassenes Casino nahe Chong An Ma, mutmaßlich Waffenlager,
- die Seilbahn zum Stützpunkt auf Mount 350,
- eine Cashewnussplantage, die auf thailändisches Territorium übergreift.
Drohkulisse für die Nacht
Das Armeekommando warnt vor möglichen Raketenangriffen auf zivile Ziele in Si Sa Ket. Generalmajor Kampanart Waphansu betonte, die Attacken hätten ausschließlich „Operationsgebiete“ betroffen, die eine unmittelbare Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellten.
Historische Bruchlinien
Die Region ist seit über vier Jahrzehnten ein Brennpunkt: Damals bot Thailand Zehntausenden kambodschanischen Flüchtlingen Schutz. Viele blieben dauerhaft – und leben heute in Dörfern, die Kambodscha als eigenes Territorium beansprucht.