Die Gewalt an der thailändisch-kambodschanischen Grenze hat sich erneut dramatisch zugespitzt. Nach wochenlangen Spannungen kam es am Montag zu schweren Gefechten, bei denen mindestens zwölf Menschen ums Leben kamen. Hunderttausende flohen aus den Grenzregionen, während beide Staaten einander beschuldigen, die ersten Schüsse abgegeben zu haben.

Thailands Außenminister Sihasak Phuangketkeow machte am Dienstag deutlich, dass die Verantwortung für eine Deeskalation allein bei Kambodscha liege. „Kambodscha muss die Kampfhandlungen einstellen, sonst riskiert es weitere Konflikte“, warnte er. Zugleich wies er die Drohung mit Zöllen als Druckmittel zurück: Handelsfragen dürften nicht mit der Grenzkrise vermischt werden.

Die Kämpfe weiteten sich inzwischen entlang der gesamten 817 Kilometer langen Grenze aus. Schwere Artillerie, Raketen und thailändische Luftangriffe auf militärische Ziele verschärfen die Lage. Premierminister Anutin Charnvirakul hatte bereits am 11. November Thailands Verpflichtungen aus der Kuala-Lumpur-Erklärung ausgesetzt, nachdem vier Soldaten durch eine mutmaßlich kambodschanische Landmine verletzt worden waren.

Die USA reagierten mit deutlicher Besorgnis. Außenminister Marco Rubio forderte die sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und die Rückkehr zu den im Friedensabkommen von Kuala Lumpur vereinbarten Deeskalationsmaßnahmen. Ein Beamter der US-Regierung betonte, Präsident Trump erwarte von beiden Seiten die vollständige Einhaltung ihrer Verpflichtungen. Das Büro des US-Handelsbeauftragten setzte zudem die Handelsgespräche mit Thailand aus, bis sich die Lage stabilisiert.

Kambodscha hingegen beharrt darauf, den Waffenstillstand einzuhalten, und wirft Thailand Aggression vor. Der frühere Premierminister Hun Sen erklärte, man habe 24 Stunden gewartet, bevor Gegenangriffe gestartet wurden.

Sihasak bleibt jedoch hart: „Es gibt zwei Wege, die wir einschlagen können – den Weg des Friedens oder den Weg weiterer Konflikte und Verluste.“ Jedes Waffenstillstandsangebot Kambodschas müsse von den thailändischen Streitkräften geprüft werden, die erklärten, ihre Operationen zielten darauf ab, die militärischen Fähigkeiten des Nachbarn zu schwächen.

„Unsere Position ist klar: Wir werden die Souveränität und territoriale Integrität verteidigen und alle notwendigen Schritte unternehmen, um dies sicherzustellen“, sagte der Minister.

 

 

STIN // AI

Von stin

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