Bangkok/Grenzregion – Während die Regierung Anutin im blutigen Grenzkonflikt mit Kambodscha offenbar ohne klare Endstrategie agiert – ein Vorwurf, der von zahlreichen internationalen Experten erhoben wird – scheint die königlich-thailändische Armee (RTA) fest entschlossen, dem andauernden Blutvergießen an der Grenze ein militärisch klares Ende zu setzen.
General Chaiyapruek Duangprapat, der Stabschef der Armee, enthüllte in einem Exklusivinterview mit Thai PBS die drastische neue Zielsetzung Bangkoks: Die Armee will sicherstellen, dass Kambodscha „auf lange Zeit“ keine Bedrohung mehr für die nationale Sicherheit Thailands darstellt. Dies soll durch die systematische Zerstörung der militärischen Kapazitäten Kambodschas erreicht werden.
Die neue Doktrin: Vom Rückerobern zum Ausschalten
Der General beschrieb die aktuelle Führung der Grenzkämpfe als einen radikalen Kurswechsel. „In der Vergangenheit ging es uns lediglich darum, verlorenes Territorium zurückzuerobern“, erklärte Chaiyapruek. „Doch nun müssen wir Kambodschas militärische Kapazitäten durch Angriffe auf deren militärische Ausrüstung und Infrastruktur schwächen.“
Diese neue, tiefergehende Militäroperation manifestiert sich in den jüngsten Bombardierungen kambodschanischer Stellungen. Der General bestätigte, dass die Angriffe auf Waffendepots, Treibstofflager und militärische Einrichtungen zielen – eine Strategie, die darauf abzielt, die Kampf- und Erholungsfähigkeit des Gegners dauerhaft zu lähmen.
„Wir wissen, dass sie ihre gesamte Ausrüstung an die Front verlegt haben. Und wenn es uns gelingt, sie zu zerstören, wird es lange dauern, bis sie sich erholen können,“ so General Chaiyapruek.
Die thailändischen Streitkräfte visieren im Rahmen ihrer tiefgreifenden Operation nun auch logistische Nachschublinien an. „Kurz gesagt, alles militärische Gerät, das für die Frontlinie bestimmt ist, wird unser Ziel sein“, bekräftigte der Stabschef. Selbst kambodschanische Verstärkungen, die auf dem Weg zur Front sind, werden ins Visier genommen.
Keine Eroberung von Phnom Penh
Der General trat damit Spekulationen entgegen, das thailändische Militär strebe eine Eskalation zu einem offenen Angriffskrieg gegen die Regierung von Hun Manet an, die sogar ein Vordringen bis zur Hauptstadt Phnom Penh befürchten. „Wir haben aber nicht die Absicht, bis nach Phnom Penh vorzudringen, wie vielfach spekuliert wurde“, stellte Chaiyapruek klar.
Er betonte, dass die thailändische Militäroperation weiterhin im Selbstverteidigungsmodus bleibe, ungeachtet der Behauptungen Phnom Penhs, Thailand führe einen Angriffskrieg. „Unser einziges Ziel ist es, zu verhindern, dass Kambodscha eine Bedrohung für Thailands künftige Sicherheit darstellt“, sagte er. Er versicherte, dass die RTA dieses Ziel erreichen werde, „ohne gegen internationales Recht zu verstoßen und unter Berücksichtigung der Ansichten der internationalen Gemeinschaft“.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Waffenstillstand?
Auf die Frage nach der Dauer des Konflikts äußerte der General den Wunsch, die Mission so schnell wie möglich abzuschließen, um die Grenze sichern zu können. Er machte Kambodscha für die neue Runde der Zusammenstöße verantwortlich und verwies auf „provokative Handlungen“, darunter das Verlegen neuer Landminen und das Beschießen thailändischen Territoriums.
Hinsichtlich einer Vermittlung durch Dritte zeigte sich Chaiyapruek nicht grundsätzlich ablehnend, warnte jedoch nachdrücklich vor dem falschen Zeitpunkt. Er kritisierte den brüchigen Waffenstillstand vom Juli, der Militärquellen zufolge genau dann erzwungen wurde, als Thailand militärische Erfolge verzeichnete.
„Beim letzten Mal kam der Waffenstillstand zu früh“, sagte der General und betonte, eine Vermittlung sei erst dann sinnvoll, wenn Thailand in der Lage sei, seine Grenze zu sichern und Kambodscha keine Bedrohung mehr darstelle.
„Ein Waffenstillstand, der durchgesetzt wird, während die Lage an der Grenze noch angespannt ist, die Streitkräfte beider Seiten sich noch immer gegenüberstehen und alle grundlegenden Probleme noch nicht gelöst sind, ist nicht praktikabel.“ Die klare Botschaft aus Bangkok: Erst die militärische Entschärfung der Bedrohung, dann der Friedensprozess.
STIN // AI
Würde ich auch so machen, die Vietnamesen wären wohl schon in Pnom Phen und würden Hun Sen aus dem Palast
holen.
Diese Entscheidungen trifft so oder so nur das Militär.
Auch wenn Natthapong gewinnen sollte, wird er es dem Militär überlassen müssen, was die
dort planen – sonst ist er weggeputscht.
Militär agiert sehr, sehr nationalistisch – da lassen sich die von keinem Politiker
stoppen, nicht von Abhisit, nicht von Natthapong o.a.
Ist halt so…..