Ubon Ratchathani/Si Sa Ket, Thailand – Der seit Tagen schwelende Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha hat eine neue, brisante Dimension erreicht. Thailändische Truppen meldeten die Eroberung hochmoderner, chinesischer Panzerabwehrraketen auf einem kambodschanischen Stützpunkt, während an anderer Stelle der Tod eines weiteren thailändischen Soldaten eine drastische Reaktion der Behörden in Form einer Zwangsevakuierung auslöste.
Thailands Fund: Die „Javelin“-inspirierte Rakete GAM-102LR
Nachdem thailändische Einheiten den strategisch wichtigen Stützpunkt auf dem Hügel Mount 500 am Grenzübergang Chong An Ma im Bezirk Nam Yuen (Ubon Ratchathani) von kambodschanischen Streitkräften eingenommen hatten, machten sie einen aufsehenerregenden Fund: Eine Reihe tragbarer, gelenkter Panzerabwehrraketen.
Die Webseite der „Army Military Force“ identifizierte die Beute als Raketen des Typs GAM-102LR. Diese Panzerabwehrrakete der 5. Generation wurde von der Poly Defense Company, einer Tochtergesellschaft des chinesischen Rüstungsriesen Poly Technologies Group, entwickelt und ist eine klare Inspiration der gefürchteten US-amerikanischen FGM-148 Javelin.
Bei den 52 kg schweren, rund 3,53 Millionen Baht teuren Waffensystemen handelt es sich um eine hochmoderne „Fire-and-Forget“-Rakete, die nach dem Abschuss selbstständig ihr Ziel verfolgt. Sie ist nicht nur zur Panzerbekämpfung, sondern auch zur Zerstörung befestigter Anlagen wie Bunker geeignet und wurde erst dieses Jahr auf der Rüstungsmesse EDEX in Ägypten erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Ihr Einsatz in dieser Kampfzone markiert eine Premiere.
Verluste und die tödliche Gefahr der BM-21
Während der Raketenfund die militärische und diplomatische Brisanz des Konflikts unterstreicht, forderte die Auseinandersetzung ein weiteres Opfer auf thailändischer Seite.
Die Zweite Armeeregion bestätigte heute den Tod von Stabsfeldwebel Abhisit Bunnag, einem Sanitäter des 11. Infanteriebataillons. Der Soldat wurde an der Front bei Phu Makua im Distrikt Kantharalak (Si Sa Ket) von Granatsplittern einer kambodschanischen BM-21-Rakete getroffen. Mit ihm steigt die Zahl der seit dem 8. Dezember von kambodschanischen Streitkräften getöteten thailändischen Soldaten auf 16.
Kriegsangst: Bezirksvorsteher droht mit Haft bei Evakuierungsverweigerung
Angesichts der eskalierenden Kämpfe und der zunehmenden Verluste herrscht in den grenznahen Gebieten Kriegsangst. Im Bezirk Kantharalak von Si Sa Ket ordnete Bezirksvorsteher Somkuan Singkham heute eine drastische Maßnahme an: Alle Einwohner von sieben Unterbezirken – darunter Sao Thong Chai, Lalai und Rung – müssen unverzüglich in Notunterkünfte oder sicherere Gebiete evakuiert werden.
Die Anordnung ist nicht freiwillig: Der Bezirksvorsteher droht denjenigen, die sich weigern, die gefährdeten Gebiete zu verlassen, mit Geldstrafen und/oder Gefängnisstrafen. Diese erzwungene Massenevakuierung unterstreicht die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage und die akute Bedrohung der Zivilbevölkerung durch die anhaltenden Kampfhandlungen.
STIN // AI
Wird gleich kopiert, da sind die Thais gut drauf 🙂