Wer glaubte, das taktische Lavieren von Premierminister Anutin Charnvirakul seit den Wahlen 2023 sei bereits der Gipfel der politischen Ironie, sollte sich anschnallen. Die kommenden Wochen könnten alles Dagewesene in den Schatten stellen. Man dachte, der historische Handschlag zwischen der Pheu-Thai-Partei und ihren einstigen Erzfeinden, den Konservativen, sei nicht zu überbieten. Doch das Jahr 2026 schickt sich an, das thailändische Polit-Theater in eine neue, noch absurdere Dimension zu katapultieren.
Vor den anstehenden vorgezogenen Neuwahlen stellt sich die alles entscheidende Frage: Was kommt nach dem Beben? Fünf Szenarien skizzieren den Weg in eine ungewisse Zukunft.
Szenario 1 & 2: Die Übermacht oder die Zwangsehe der Reformer
Ein Erdrutschsieg der Volkspartei wäre die sauberste, wenn auch unwahrscheinlichste Lösung. Es würde Thailand eine klare, wenngleich hochexplosive Landschaft bescheren: Alleinherrschaft, radikale Verfassungsänderungen und das Ende langjähriger Blockaden – ein Szenario, das die konservativen Eliten erzittern lässt.
Realistischer erscheint Szenario zwei: Eine Zweckgemeinschaft zwischen der Volkspartei und Pheu Thai. Trotz ideologischer Entfremdung bleibt Pheu Thai der einzige Partner für echte Reformen. Doch der Weg zur „magischen 250-Sitze-Marke“ ist steiniger denn je. Während die Demokraten in Bangkok Terrain zurückerobern, gräbt die Bhumjaithai-Partei in den Provinzen das Wasser ab. Eine Koalition hier würde bedeuten, tiefes Misstrauen durch mühsame Brückenschläge zu ersetzen.
Szenario 3 & 4: Das Déjà-vu und der Pakt mit dem Teufel
Wird die Geschichte zum Kreis? Im dritten Szenario flüchtet sich Pheu Thai erneut in die Arme der Konservativen – getrieben durch den Überlebenskampf des Shinawatra-Clans. Noch radikaler wäre das vierte Szenario: Die Volkspartei opfert ihre Prinzipien und verbündet sich mit der Bhumjaithai-Partei. Ein politischer Sündenfall, der rein rechnerisch jedoch eine Machtbastion zementieren könnte.
Szenario 5: Das Basar-Modell (Der Favorit der Analysten)
Das wahrscheinlichste Szenario ist jedoch das Chaos der Zersplitterung. Wenn niemand triumphiert, schlägt die Stunde der Königsmacher. In diesem politischen Basar wird jedes Ministerium zur harten Währung. Ob die Volkspartei, die Demokraten oder die aufstrebende Bhumjaithai – am Ende könnte eine Kleinstpartei das Zünglein an der Waage sein.
Der bröckelnde Thron der Favoriten
Die nackten Zahlen der NIDA-Umfragen sprechen eine deutliche Sprache: Die einstige Euphorie für die Volkspartei schwindet. Ihr Frontmann Nutthaphong Ruengpanyawut stürzte in der Gunst von 25,8 % auf 17,2 % ab. Gleichzeitig pirscht sich Anutin Charnvirakul heran. Sein Aufstieg von 2,8 % auf 12,3 % zeigt: Der amtierende Premier ist trotz aller Widerstände ein politisches Stehaufmännchen.
Doch der wahre Sieger der Umfragen ist das „Niemandsland“: Über 40 % der Wähler sind unentschlossen oder lehnen alle Kandidaten ab. Für die Volkspartei ist das ein vernichtendes Urteil – ihre „Alternative“ wird derzeit von vielen Thailändern als „keine Alternative“ wahrgenommen.
Zwischen Stimmung und Struktur
Der erfahrene Analyst Suranand Vejjajiva bringt es auf den Punkt: Während die Volkspartei von der flüchtigen öffentlichen Stimmung abhängt, vertraut Bhumjaithai auf knallharte lokale Vernetzung. In Bangkok bahnt sich ein brutaler Dreikampf an, der die Sitze der Hauptstadt atomisieren könnte.
In Thailand ist die politische Stimmung ein unberechenbares Biest. Was heute als sicher gilt, kann in wenigen Tagen Makulatur sein. Die einzige Gewissheit ist die Ungewissheit – und dass die kommenden Wochen das Land in seinen Grundfesten erschüttern werden.
Redaktion STIN // CTN-Media
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Thaksins Neffe
den Vize-Premier macht, mit dieser Position zufrieden ist, wenn die
Volkspartei gewinnen sollte.
Ich bin auch anderer Ansicht als im Artikel, dass PT eine Reform-Partei wäre.
Nein, ist sie nicht, absolut nicht – hat noch nie eine Reform begonnen oder sogar beendet.
Reformen würde ich eher Volkspartei und DP zutrauen, also Natthapong mit Abhisit – egal wer
PM spielt. Aber niemals PT, nicht mal BJT – die kreieren aber zumindest bessere Sozialprojekte oder
lassen die beliebten wieder auferstehen. Das kann PT auch nicht, bisher gingen alle deren Sozialprojekte
unter, aber wirklich alle.
Thailands politisches Roulette Wenn das Unmögliche zur neuen Normalität wird 191225/
ICH BLEIBE BEI VOLKSPARTEI UND DEMOKRATEN!!
DIE WERDEN ZUSAMMEN >50% GUELTIGE STIMMEN HABEN!!
+
DAS HAT STIN SCHONMAL GELOESCHT UND ER WIRD ES WIEDER LOESCHEN!!!
Das wäre natürlich ein Traum-Duo – wird aber knapp.
Sollte PP um die 180-200 Sitze erreichen, dann müsste DP 50 schaffen.
Mal sehen – möglich wäre es.
Nur weiß ich nicht, wie Abhisit zur PP steht.
Er ist auf Seite des Militärs – Seite der Monarchie und wird mit
Sicherheit keine Reform von LM 112 mittragen.
Auch war die DB eine Militärpartei unter Prayuth – dass könnten
PP Wähler davon abhalten, so eine Koalition zu akzeptieren.
Wenn also die PP gewinnen sollte, aber andere Mehrheiten möglich sein sollten,
wird man versuchen, die PP auszugrenzen.
Wie in Österreich bei der FPÖ derzeit.
Volkspartei/ DePen wird nicht reichen , wenn man wirklich etwas ändern will braucht man die Pheua Thai oder deren Wähler.
Beim 112 geht es nicht um den Schutz der Monarchie sondern um den politischen Mißbrauch dieses Artikels.
Außerdem sollte nur geschützt werden was auch schützenswürdig ist.
Das vereinigte Königreich von Tutzing und Feldafing gehört nicht dazu.
xxxxxx
Ja, sehe ich auch so, obwohl man Abhisit 50 Sitze zutraut, aber dann müsste Volkspartei über 200 schaffen und die sind
eher auf Abstieg, Natthapong verlor viel an Zustimmung. Viele werden nun auch zur DP wechseln, nachdem Abhisit zurück ist.
Für mich wäre diese Koalition ein Traum. Natthapong mit Abhisit.
Volkspartei mit Pheu Thai wäre sicher möglich, aber fassen wir das mal zusammen:
Prawit hat seinerzeit in London und Dubai Thaksin nach Thailand zurückgeholt.
Im Auftrag der Eliten, Militärs und anderen.
Das Angebot, mit Begnadigung und VIP-Haft beinhaltete, dass Thaksin mit seiner
Pheu Thai die MFP/PP vernichtet bzw. in Schach hält.
Die Anzeige gegen Pita wurde von einem Aktivisten der Pheu Thai gemacht und Pita war vernichtet.
Danach hat man sie aus der Koalition gekickt.
Du meinst also, die Volkspartei soll sich mit seinem Vernichter einigen und mit
ihm eine Koalition gründen.
Das wäre wohl der letzte Fehler – den PP machen könnte.
Thaksin wird Natthapong als Premier vereinnahmen und dem Jungen zeigen wo es lang geht.
Danach wird er ihm alles negative in die Schuhe schieben.
Es würde so ablaufen, wie es Merkel mit der FDP gemacht hat – die Pheu Thai würde
die Volkspartei versenken.
Aber ich sehe auch derzeit Probleme mit einer Koalition Volkspartei mit BJT.
Volkspartei hat Anutin das Messer in den Rücken gerammt, weil Natthapong es nicht hinnehmen
konnte, dass die Mehrheit wegen der Verfassung für BJT gestimmt hat. War aber rein demokratisch und korrekt.
Daraufhin drohte er Anutin gleich mit Misstrauensantrag und dieser kam dem zuvor und löste das
Parlament auf.
Wird also auch keine tolle Koalition.
Ob nicht Pheu Thai, BJT und DP eine Koalition schließen, Khla Tamm auch noch dazu.
Das reicht voll aus….. und die Volkspartei wird man dann wieder austricksen, obwohl Wahlgewinner.
Mal sehen….. – interessant wird, wer 2. werden wird.
PT oder BJT – beide lt. Umfragen fast gleichauf, BJT um 0,2 % voran. Also
innerhalb der Fehlerquote bei Umfragen.
Ja, hat Volkspartei aufgegeben und ist auch schon von der Webseite entfernt worden, sonst sind sie wieder
aufgelöst.