Die politische Landschaft Thailands steht vor einem Beben: Was als Zweckbündnis begann, endet nun in einer erbitterten Schlammschlacht. Zwischen der Bhumjaithai-Partei und der aufstrebenden Volkspartei sind die Brücken endgültig abgebrochen – mit weitreichenden Folgen für die anstehenden Parlamentswahlen.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Ihre Zusammenarbeit war nur von kurzer Dauer, und eine erneute Kooperation erscheint nun so unwahrscheinlich wie nie zuvor. Angesichts der jüngsten scharfen Äußerungen ihrer Anführer scheinen Bhumjaithai und die Volkspartei – der ein triumphaler Sieg bei den anstehenden Wahlen vorausgesagt wird – ihre Beziehungen endgültig beendet zu haben.

Die rote Linie: Artikel 112

Premierminister Anutin Charnvirakul ließ keinen Zweifel an seiner Härte. Er schloss kategorisch aus, dass seine Bhumjaithai-Partei jemals wieder mit der Volkspartei koalieren werde, solange diese nicht von ihren Plänen abrückt, den umstrittenen Artikel 112 des Strafgesetzbuches zu ändern. Das Gesetz gegen Majestätsbeleidigung gilt in Thailand als die ultimative politische Brandmauer.

Natthaphong Ruengpanyawut, der selbstbewusste Vorsitzende der Volkspartei, ließ die Drohung nicht unkommentiert und schaltete sofort auf Angriffsmodus. Die beiden Parteien befinden sich nun auf einem direkten Kollisionskurs.

„Bei den bevorstehenden Wahlen wird es ein Wettstreit zwischen der Volkspartei und Bhumjaithai um die Regierungsbildung sein“, erklärte Natthaphong kämpferisch.

Vom Partner zum Staatsfeind

Diese Feindseligkeit markiert einen drastischen Bruch mit der jüngsten Vergangenheit. Erst vor drei Monaten sah die Welt noch anders aus: Damals ebnete die Volkspartei Anutin durch parlamentarische Schützenhilfe den Weg ins Amt des Premierministers. Im Gegenzug versprach Bhumjaithai Unterstützung für Verfassungsänderungen.

Doch der Pakt zerbrach spektakulär. Die Volkspartei drohte der Minderheitsregierung mit einem Misstrauensvotum, woraufhin Anutin die Flucht nach vorne antrat und Mitte Dezember das Parlament auflösen ließ.

Machtpoker und strategische Vorteile

Trotz des aktuellen Zerwürfnisses blicken Beobachter gespannt auf die Zahlen. Die Volkspartei, die bereits 2023 als stärkste Kraft aus den Wahlen hervorging, wird voraussichtlich erneut dominieren.

Auf der anderen Seite steht die Bhumjaithai-Partei, die ihren Amtsbonus clever nutzt. Anutin punktet derzeit vor allem durch sein resolutes Auftreten im Grenzkonflikt mit Kambodscha. Arithmetisch gesehen hätten die beiden Kontrahenten zusammen mit ein oder zwei kleineren Partnern die nötige Mehrheit für eine stabile Regierung – doch die ideologische Kluft scheint unüberwindbar.


„Besessenheit“ vs. „Letzte Chance“

In einer emotionalen Fernsehdebatte Anfang dieser Woche erreichten die Spannungen ihren Höhepunkt:

  • Natthaphong stellte klar: Seine Partei wird nie wieder für Anutin als Premier stimmen.

  • Anutin konterte als überzeugter Royalist: „Ich habe die Debatte verfolgt und festgestellt, dass der Vorsitzende der Volkspartei der Einzige war, der auf einer Änderung von Artikel 112 bestand. Wenn sie immer noch von dieser Angelegenheit besessen sind, wird Bhumjaithai ganz sicher nicht mit ihnen zusammenarbeiten.“

Natthaphong gibt sich dennoch siegessicher. Er will dieses Mal genügend Sitze gewinnen, um den Kern der Regierung selbst zu bilden, ohne auf unzuverlässige Partner angewiesen zu sein. 2023 scheiterte der damalige Hoffnungsträger Pita Limjaroenrat noch an den Hürden des Establishments.

„Diese bevorstehende Wahl ist die letzte Chance, Thailand aus all den Krisen herauszuführen, die das Land erschüttern“, so Natthaphong. Das Land blickt nun auf einen Wahlkampf, der nicht mehr nur um Sitze geführt wird, sondern um die fundamentale Identität Thailands.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

4 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
6 Monate vor

xxxxxxxx

https://www.bangkokpost.com/thailand/politics/3164178/peoples-party-brushes-aside-anutins-coalition-conditions

The People’s Party (PP) brushed aside the Bhumjaithai Party’s (BJT) conditions for a post-election coalition formation, saying the upcoming polls would present voters with a clear choice between a government led by the PP and one headed by the BJT.

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Ganz im Gegensatz zu STIN’s ständigen Propagandabehauptungen
hat Nattaphorn eine Koalition mit der BJT und der Klatham Party ausgeschlossen.Das heißt die Wähler können zwischen einer von der Volkspartei geführten oder einer von BJT Anutin geführten Regierung wählen.Natürlich könnte sich die BJT als Juniorpartner anbieten aber das wäre ein großer Gesichtsverlust für Anutin und Newin.
Es bleiben für diese nur 2 Möglichkeiten: Entweder einen sehr großen Wahlbetrug zu begehen oder das Kriegsrecht zu benutzen.
Das Dritte wäre ein ehrenvoller Verlust zu dem sie nicht fähig sind.

gg1655
gg1655
6 Monate vor

Anutin punktet derzeit vor allem durch sein resolutes Auftreten im Grenzkonflikt mit Kambodscha. 

  • Damit kennen wir jetzt auch den Grund für diesen Konflikt bzw. für dessen wieder aufflammen. Wer Innenpolitisch Probleme hat fängt irgendeinen Aussenpolitischen Stress an um Ablenkung zu erzeugen. Sieht man zB. auch in USA gegen Venezuela. Wurde schön im Film „Wag the Dog“ beschrieben.

Die BJT halte ich für genauso Korrupt wie Thaksin und seinen Laden. Da wird für Thailand nichts besser.

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