BANGKOK – In den Vorstandsetagen und Regierungspalästen Südostasiens zeichnet sich eine historische Verschiebung der Machtverhältnisse ab. Während Thailand, einst der unangefochtene Industriemotor der Region, mit innerer Lähmung und wirtschaftlicher Stagnation kämpft, setzt Vietnam zu einem beispiellosen Sprint an. Getrieben von einem gigantischen Investitionsboom schickt sich Hanoi an, den Nachbarn in Bangkok wirtschaftlich in den Schatten zu stellen.

Der vietnamesische Express: Mit Hochgeschwindigkeit Richtung Top 3

Die Zahlen aus Vietnam klingen nach einer neuen Ära: Für das Jahr 2025 visiert die Regierung ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 8 % an – mittelfristig soll die Marke sogar dauerhaft zweistellig werden. Der Motor hinter diesem rasanten Aufstieg ist der Staat selbst. Mit einer massiven Infrastruktur-Offensive, deren Budget bis 2026 um über ein Viertel steigen soll, baut sich das Land seine Zukunft buchstäblich selbst.

Prestigeobjekte wie der neue Mega-Flughafen nahe Ho-Chi-Minh-Stadt und eine strategisch entscheidende, durch China finanzierte Eisenbahnlinie markieren den Aufbruch. Der renommierte Ökonom Can Van Luc prognostiziert, dass allein diese Bauprojekte das Wachstum um 1,6 Prozentpunkte nach oben schrauben. Das Ziel ist klar definiert: Bis 2027 will Vietnam Indonesien und Thailand den Rang ablaufen und zur drittgrößten Volkswirtschaft der Region aufsteigen.

Thailand im Formtief: Schuldenlast und Industrieschwund

Im krassen Gegensatz dazu steht Thailand vor einem Scherbenhaufen unbeantworteter Fragen. Politische Instabilität und schwelende Grenzkonflikte mit Kambodscha verunsichern Investoren. Die Prognosen der OECD sind ernüchternd: Ein mageres Plus von lediglich 1,5 % wird für die kommenden Jahre erwartet.

Das Land leidet unter strukturellen Defiziten:

  • Privatverschuldung: Die Haushalte sind schwer belastet, was den Binnenkonsum bremst.

  • Industrie-Exodus: Die einst stolze Automobilbranche bröckelt. Giganten wie Suzuki ziehen sich aus der Produktion zurück, während Honda seine Kapazitäten massiv zusammenstreicht.

  • Tourismus-Flaute: Der einst verlässliche Wachstumstreiber erholt sich nach den Krisenjahren nur schleppend.

Die Wachablösung steht bevor

Während Vietnam bürokratische Hürden mit schierem Investitionswillen niederwalzt und ein BIP pro Kopf von über 5.000 US-Dollar anvisiert, muss Thailand zusehen, wie seine regionale Dominanz schwindet. Experten sind sich einig: Wenn Bangkok nicht schleunigst tiefgreifende Reformen einleitet und seine internen Blockaden löst, wird der vietnamesische Drache den thailändischen Tiger nicht nur einholen, sondern weit hinter sich lassen. Das regionale Wirtschaftsgefüge steht vor einer radikalen Neuordnung.

 

STIN // AI

Von stin

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Menster
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12 Tage zuvor

Vietnam Denkt an sich und das Land, ohne irgendwelche Scharmützel mit dem Nachbar anzufangen.
Wäre besser gewesen für Thailand sie hätten sich an bestandene Regeln gehalten, und die weiter auszubauen, anstatt den Streit mit dem Nachbar vom Zaun zu brechen, und alle Karten auf die gehobenen Touristen setzen, die nicht in Scharen ins Land geströmt sind und ihre ganze Kohle da ausgegeben haben.

Menster
Menster
11 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Jaja, kann man so oder so sehen. Die sind so nationalistisch dass sie bei den Wahlen für 300 Thb das eigene Land verkaufen.
Und die anderen tun dies auch nur zur Schau um sich weiterhin am Geldtopf zu bereichern.

berndgrimm
berndgrimm
10 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Und wieder kommt STIN’s Lieblingslied:
Es war immer so es ist überall so , es ist überall so und es wird immer so bleiben.
Und dann kommt STIN’s Venezuela Saga! Es muß eben so sein daß es in seine Propaganda paßt.

Niemand der noch alle Tassen im Schrank hat wird Maduro eine Träne nachweinen. Und das ausgerechnet Trump der Größte ihn beseitigt wird den Graben zwischen den USA und Lateinamerika nicht kleiner machen.
Aber Donald der Eroberer kann ja auch nicht überall gleichzeitig sein.Derzeit setzt er erst mal seine Eroberung Europas in Grönland fort.
Dort gibt es schon mehr Ami Soldaten als Einwohner.

berndgrimm
berndgrimm
8 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Grönland ist noch ein ganz anderes Problem.
Es gehört zu Dänemark und will zwar viel Autonomie aber keine Unabhängigkeit weil es aus Kopenhagen alimentiert wird.
Die Pituffik Spacebase (früher Thule Air Base) ist strategisch sehr wichtig für die USA.

Merz gehört schon Blackrock.
Blackrock ist der größte Vermögensverwalter der Welt mit 12,53 Billionen US§ (12 530 000 000 000) verwalteten Vermögen. Unter den Top 20 der weltweiten Vermögensverwaltern sind 15 US amerikanische Firmen.
Die Deutsche Bank ist auf Rang 11.
Unter den Top 10 sind nur die schweizer UBS (3.) und die französische Credit Agricole (8.) als Nicht US Firmen.
Trump möchte nicht verwalten sondern besitzen.
Wie kann ein Blödmann wie Trump so mächtig werden?
Er kann mit Menschen. Er erkennt ihre Schwächen und erpresst sie damit.
Er wurde der große Publikumsliebling weil er in „The Apprentice“ jeden gründlich zusammenschiß.
Das verstanden die Ami Deppen als Führungsstärke.
Ja , natürlich wünschte auch ich mir jemanden wie Trump der eine gute Sache vertreten würde. Gibts aber nicht.
Trump kämpft ja auch für eine gute Sache, nämlich für sein übergroßes Ego welches noch viel größer ist als seine rosa Birne wo die Bisamratte angetuckert ist.

Zuletzt bearbeitet am 8 Tage zuvor von berndgrimm
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