TRANG – Ein Fall von eklatantem Vertrauensmissbrauch erschüttert die südthailändische Provinz Trang. Was als Routinekontrolle in einem städtischen Pfandhaus begann, entwickelte sich zu einem Kriminalfall von enormem Ausmaß: Ein leitender Angestellter soll über Wochen hinweg Goldschmuck im Wert von über 5 Millionen Baht (ca. 135.000 Euro) unterschlagen haben.
Der leere Tresor: Ein Schock am Dreikönigstag
Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem ein Beamter des Pfandhauses der Gemeinde Mueang Trang am Dienstag, dem 6. Januar, die Polizei alarmierte. Bei einer routinemäßigen Inventur des Tresors offenbarte sich das Desaster: Mehr als 200 Goldstücke waren spurlos verschwunden.
Besonders brisant: Am Tatort fanden sich keinerlei Einbruchspuren. Weder die massiven Türen noch das Schließsystem des Safes wiesen Beschädigungen auf. Schnell rückte der engste Mitarbeiterkreis ins Visier der Fahnder, da lediglich zwei Personen befugt waren, die Schlüssel zum Allerheiligsten des Instituts zu führen.
Ein perfides „Rotationssystem“
Am heutigen 9. Januar gelang der Polizei der Durchbruch. Nach intensiven Befragungen und der Auswertung von Beweisen klickten die Handschellen bei Nitiphon Lensin, einem der Schlüsselinhaber. In seinem Geständnis legte er eine kriminelle Logik offen, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist.
Lensin gab zu, den Goldschmuck systematisch entwendet und in anderen Pfandhäusern zu Geld gemacht zu haben. Sein Plan glich einem riskanten Jonglierspiel:
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Selektion: Er wählte gezielt Schmuckstücke aus, bei denen er davon ausging, dass die rechtmäßigen Besitzer sie nicht so bald wieder auslösen würden.
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Verschleierung: Bevor ein Kunde sein Gold zurückforderte, wollte Lensin die Beute mit dem Geld aus dem nächsten Diebstahl auslösen und heimlich in den Tresor zurücklegen.
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Wiederholung: Dieses illegale „Karussell“ drehte sich so lange, bis die Inventur am 6. Januar das Kartenhaus zum Einsturz brachte.
Diskrepanz in der Schadenssumme
Trotz seines Geständnisses versucht der Verdächtige offenbar, das Ausmaß herunterzuspielen. Während Nitiphon behauptet, lediglich etwa 30 Schmuckstücke im Wert von einer Million Baht entwendet zu haben, zeichnen die offiziellen Bestandslisten ein weitaus düstereres Bild. Die Ermittler gehen von über 200 fehlenden Objekten und einem Schaden von weit über 5 Millionen Baht aus.
Sicherheitscheck und Bürgerinfo
Das Pfandhaus bleibt infolge der laufenden Ermittlungen voraussichtlich noch bis zum 12. Januar geschlossen. Die Polizei und die Stadtverwaltung arbeiten unter Hochdruck daran, jedes einzelne verpfändete Objekt zu überprüfen.
„Wir untersuchen derzeit, ob Nitiphon Komplizen hatte oder ob er dieses komplexe System allein betrieben hat“, erklärte ein Sprecher der Polizei Mueang Trang.
Die Verantwortlichen bemühen sich derweil um Schadensbegrenzung und beruhigen die Bevölkerung: Alle verpfändeten Gegenstände seien versichert bzw. werde für den Verlust garantiert. Kunden werden gebeten, die offizielle Wiedereröffnung abzuwarten.
Redaktion STIN // CTN-Media