BANGKOK – Im Endspurt zum 8. Februar verschärft die Pheu-Thai-Partei den Ton. Während Premierministerkandidat Yodchanan Wongsawat mit einer radikalen Null-Armut-Strategie und globalen Ambitionen um Wählerstimmen wirbt, geht Parteikollegin Julapun Amornvivat frontal auf Premier Anutin Charnvirakul los. Das Ziel: Die Rückkehr ins Regierungsgebäude mit einer Mischung aus Wirtschaftsversprechen und scharfer politischer Abrechnung.

Eine Garantie gegen das Elend: 3.000 Baht für jeden

Auf dem Rathausplatz, vor einer Kulisse aus hoffnungsvollen Anhängern, skizzierte Yodchanan Wongsawat seine Vision eines „armfreien Thailands“. Der Kern seines Plans ist ein finanzielles Sicherheitsnetz, das es in dieser Form noch nicht gab: Jedes Einkommen, das unter der Armutsgrenze von 3.000 Baht liegt, soll vom Staat auf genau diesen Betrag aufgestockt werden.

Betroffen sind laut Yodchanan rund 3,4 Millionen Thailänder, die derzeit am Rande des Existenzminimums stehen. „Reformen müssen an der Basis beginnen“, rief er der Menge zu. Es gehe darum, Ausgaben zu senken und Einkommen zu sichern. Den Vorwurf des billigen Populismus ließ er nicht gelten: Für Pheu Thai sei dies eine „Wurzelbehandlung“ der nationalen Schuldenkrise und eine Fortführung des Erbes der legendären Thai-Rak-Thai-Ära.

Die „globale“ Karte: Unterstützung für Expats

Überraschend weit greift Yodchanans Blick über die Landesgrenzen hinaus. In einem strategischen Schachzug versprach er ein spezielles Kreditprogramm für Thailänder im Ausland. Wer fern der Heimat ein Unternehmen gründen oder führen will, soll künftig auf die Unterstützung aus Bangkok zählen können. „Wir lassen unsere Landsleute außerhalb Thailands nicht im Stich“, so das Signal an die globale Diaspora.


Frontalangriff auf „Noo“: Julapun rechnet mit Anutin ab

Während Yodchanan die Rolle des Visionärs einnahm, übernahm Julapun Amornvivat den Part der politischen Angreiferin. In einer harten Replik warnte sie davor, Thailand weiterhin als „Experimentierfeld“ für eine unerfahrene Führung zu missbrauchen.

In einer direkten, fast persönlichen Ansprache an Premierminister Anutin Charnvirakul – unter Verwendung seines Spitznamens „Noo“ – warf sie ihm ein Totalversagen der Regierung vor. Die Liste der Vorwürfe ist lang und schwerwiegend:

  • Gebrochene Versprechen: Die angekündigte Verfassungsreform sei im Sande verlaufen.

  • Mangelnde Transparenz: Kritische Fälle wie die mutmaßlichen Senatsabsprachen oder der brisante Landstreit um Khao Kradong seien nicht vorangetrieben worden.

  • Politisches Manöver: Die Parlamentsauflösung bezeichnete Julapun als Flucht vor der demokratischen Kontrolle.

„Keine Experimente mehr“

„Am 8. Februar entscheiden die Wähler über die Richtung dieses Landes“, erklärte Julapun kampflustig. Für sie gibt es nur einen Weg: Pheu Thai müsse Yodchanan Wongsawat direkt in das Regierungsgebäude führen, um die politische Stabilität wiederherzustellen.

Der Wahlkampf hat mit diesen Statements eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Zwischen dem Versprechen einer sozialen Revolution und der harten Abrechnung mit der amtierenden Macht positioniert sich Pheu Thai als die einzige Kraft, die den Status quo brechen will.

 

STIN // AI

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
5 Tage zuvor
Antwort auf  stin

???????? Was mag der Dichter wohl damit gemeint haben ?

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