RATCHABURI – Es sollte ein idyllischer Familienausflug zum weltberühmten schwimmenden Markt von Damnoen Saduak werden, doch er endete in einem kulinarischen Preisschock, der nun landesweit für Empörung sorgt. Ein viraler Facebook-Post hat eine Welle von Ermittlungen ausgelöst, nachdem ein Tourist die astronomischen Preise eines lokalen Restaurants öffentlich machte: 400 Baht (ca. 10 Euro) für ein simples Omelett und 1.400 Baht (ca. 37 Euro) für eine Portion gebratenen Reis.

Ein „Geheimtipp“ mit bitterem Beigeschmack

Die Enttäuschung der Familie wog doppelt schwer. Laut dem Verfasser des Beitrags waren die Gerichte – trotz des Luxuspreises – von bescheidener Qualität. Sie bestanden lediglich aus Eiern und Gemüse; Fleisch suchte man vergeblich. Besonders bitter: Ein lokaler Bootsführer hatte das Lokal, das versteckt am Kanal liegt und nur über den Wasserweg erreichbar ist, ausdrücklich als „besten Ort zum Essen“ empfohlen.

Behörden rücken zur Razzia an

Die öffentliche Resonanz war so gewaltig, dass am Donnerstag ein Großaufgebot anrückte. Vertreter der Provinzbehörde für Handel, die Polizei und lokale Verwaltungsbeamte inspizierten das betroffene Etablissement, um die Vorwürfe vor Ort zu prüfen.

Der Restaurantbesitzer zeigte sich gegenüber den Beamten geständig, suchte die Schuld jedoch im System. Er räumte die hohen Preise ein, verwies aber auf massive Betriebskosten. Neben Miete und Personal schlage vor allem eine fragwürdige Praxis zu Buche: Die „Provision“ für die Bootsführer. Laut Besitzer koste ihn jeder herangebrachte Gast etwa 900 Baht an Schmiergeldern für die Bootsführer.

Justiz droht mit drakonischen Strafen

Obwohl die Preise auf der Speisekarte ausgewiesen waren, sieht das thailändische Handelsamt hier eine Grenze überschritten. „Der Betreiber hat eingeräumt, dass die Preise über dem zulässigen Rahmen lagen“, erklärte Tharanin Bunyongworaphinit, Leiter des Handelsamtes von Ratchaburi.

Nun droht dem Gastronomen das volle Strafmaß des thailändischen Rechts:

  • Bis zu sieben Jahre Gefängnis.

  • Eine Geldstrafe von bis zu 140.000 Baht.

  • Oder beides.

Ein Wiederholungstäter im Visier

Es ist nicht das erste Mal, dass dieses Lokal negativ auffällt. Bereits Ende letzten Jahres gab es Beschwerden über ein Pad Thai für 900 Baht. Erst nach einer offiziellen Warnung wurde der Preis damals auf 500 Baht „gesenkt“ – immer noch ein Vielfaches des landesüblichen Preises.

Das Handelsamt von Ratchaburi greift seit den Neujahrsfeiertagen hart durch: Mindestens 14 Betriebe auf dem Markt wurden bereits wegen fehlender Preisauszeichnungen belangt. Der aktuelle Fall soll nun als Exempel dienen, um den ramponierten Ruf einer der wichtigsten Touristenattraktionen Thailands zu retten.

Der Inhaber hat unter dem Druck der Ermittlungen zugestimmt, seine Preise ab Samstag deutlich zu senken. Für die Behörden ist der Fall damit jedoch noch nicht abgeschlossen – die Vernehmungen zur endgültigen rechtlichen Würdigung dauern an.

 

Von stin

2 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
6 Monate vor

Zunächst mal:
Der Floating Market am Damnoen Saduak ist eine Touristenabzocke wo kein Thai als Kunde hingeht.
Der Lad Mayom Floating Market in Taling Chan ist näher, billiger und authentischer.
Es gibt auch Touris die 14,50€ für einen simplen Espresso am Markusplatz zahlen.Wahrscheinlich gehen die zuhause nur zu Starbucks.

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