Zwei tödliche Kranunfälle in nur 24 Stunden haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Thailands Premierminister Anutin Charnvirakul zieht nach einer Serie von Katastrophen die Reißleine und stellt die Zusammenarbeit mit dem Branchenriesen Italian-Thai Development (ITD) offen infrage.

BANGKOK – Es sind Bilder, die Thailand den Atem stocken lassen: Verbogenes Metall, zertrümmerte Betonpfeiler und die bittere Gewissheit, dass erneut Menschen auf staatlichen Großbaustellen ihr Leben lassen mussten. Nachdem sich innerhalb von nur einem Tag zwei schwere Kranunfälle auf den Prestige-Baustellen der thailändisch-chinesischen Hochgeschwindigkeitsbahn und der Hochstraße Rama II ereigneten, reicht es der Regierung in Bangkok.

Krisensitzung im Eiltempo

In einer kurzfristig anberaumten Dringlichkeitssitzung versammelte Premierminister Anutin Charnvirakul heute Nachmittag die Spitzen des Verkehrs- und Finanzministeriums sowie die höchsten juristischen Instanzen des Landes. Die Agenda war so kurz wie brisant: Wie wird man einen Auftragnehmer los, der die Sicherheit der Bürger systematisch gefährdet?

Obwohl das Unternehmen Italian-Thai Development (ITD) bereits rund 85 % der Arbeiten abgeschlossen hat, spielt der Premierminister nun das schärfste Blatt aus: Er schlug vor, die Verträge fristlos zu kündigen. Die verbleibenden 15 % sollen – wenn nötig – von neuen Partnern vollendet werden.

Eine Chronik des Versagens

„Jemand muss für diese Toten zur Rechenschaft gezogen werden“, donnerte Anutin vor den versammelten Medienvertretern. Die Liste der Vorwürfe gegen ITD ist lang und liest sich wie eine Schreckensbilanz. Allein in den letzten zehn Monaten häuften sich die Vorfälle.

Doch die Kritik reicht noch tiefer. Der Premierminister stellte eine unangenehme Frage in den Raum: Warum steht ITD noch immer nicht auf der „Schwarzen Liste“? Besonders das Trauma vom 28. März wiegt schwer:

  • Damals stürzte der im Bau befindliche, 30-stöckige Neubau des staatlichen Rechnungshofs ein.

  • Ursache waren Erschütterungen eines Erdbebens in Myanmar, die das Gebäude wie ein Kartenhaus zusammenfallen ließen.

  • 90 Menschen starben in den Trümmern. Verantwortlich auch hier: Das Konsortium aus ITD und der China Railway Engineering Corp (CREC).

„Wir sind dem Volk verpflichtet“

Die Regierung sieht sich nun in der Pflicht, Stärke zu zeigen. Als Dienstleister der Öffentlichkeit könne man nicht länger zusehen, wie Sicherheitsvorschriften ignoriert werden. Es geht nicht mehr nur um Schadenersatz und Entschädigungen für die Hinterbliebenen – es geht um ein Exempel.

Sollte Anutin seine Drohung wahrmachen und den Bau-Riesen tatsächlich von den laufenden Projekten abziehen, wäre dies ein politisches Beben in der thailändischen Bauindustrie. Eines jedoch machte der Regierungschef unmissverständlich klar: Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Sicherheit der Menschen wiege schwerer als jeder Zeitplan für den Schienenverkehr.

 

 

STIN // AI

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
26 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Am Material wird in TH auch dan gespart wenn man keine „Liquiditätsprobleme“ hat.Und an den Vorschriften vorbei wird eigentlich auch permanent gebaut.
Als Volkswirtschaftler kennt STIN wohl das Gewinnmaximierungsziel nicht.
Erst schreibt STIN so :

https://www.schoenes-thailand.at/2026/01/15/unternehmensepos-der-aufstieg-von-italian-thai-development-itd/

Und nun haut er den Star des thailändischen Bauhimmels in die Pfanne.

Er will eben immer bei den Rechthabern sein.
Oder es will jemand ItalThai übernehmen.

berndgrimm
berndgrimm
25 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Na ja, BTS wurde von einem Konsortium unter der Führung von B.Grimm/Siemens gebaut. ItalThai war nur Subunternehmer für die Betonarbeiten.
Es gibt in TH zwar keine wirkliche staatliche Kontrolle aber die Firmen achten schon darauf daß ihnen kein Pfusch untergeschoben wird.
Schließlich ist die gesamte Skytrain Technik von Siemens und wäre im Falle eines Beton Einsturzes sehr betroffen.
Was bitteschön sind meine 90% falsche Erklärungen?
Wenn ich so Unrecht hätte brauchte STIN meine Beiträge ja nicht sofort wegzuzensieren nur weil sie seiner Propaganda widersprechen.

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