BANGKOK – Ein schwarzer Tag für Thailands Infrastrukturprojekte: Nach zwei tödlichen Kranunfällen innerhalb von nur 24 Stunden herrscht auf den wichtigsten Baustellen des Landes ab sofort Stillstand. Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn reagierte heute Morgen mit einer drastischen Maßnahme und ordnete den sofortigen Baustopp für sämtliche Hochstraßen- und Eisenbahnprojekte an.
Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe, als der Minister heute Morgen im Telefoninterview mit Sorayuth Suthassanachinda in der populären Sendung „Ruang Lao Chao Nee“ das Wort ergriff. Der Grund für das radikale Durchgreifen ist eine beispiellose Unfallserie, die das Vertrauen in die Sicherheit thailändischer Großbauprojekte in den Grundfesten erschüttert hat.
Das tödliche Chaos auf der Rama II
Der jüngste Schauplatz des Grauens: Die berüchtigte Rama-II-Autobahn. Gegen 9 Uhr morgens verwandelte sich die Baustelle vor dem Hotel Paris in Samut Sakhon in ein Trümmerfeld. Ein gewaltiger Baukran der Hochstraße Rama II–Samut Sakhon stürzte unvermittelt in die Tiefe und zermalmte zwei Autos unter seiner Last. Für zwei Menschen kam jede Hilfe zu spät. Pikantes Detail für die Ermittler: Verantwortliches Bauunternehmen ist erneut der Branchenriese Italian-Thai Development Plc.
Ursachenforschung: Materialfehler oder Fundamentbruch?
Während der Minister für den heutigen Nachmittag einen Krisengipfel mit allen beteiligten Bauunternehmen einberufen hat, um über neue Sicherheitsstandards zu beraten, läuft die Ursachenforschung der Experten bereits auf Hochtouren.
Dr. Amorn Pimanmas, Präsident des thailändischen Verbandes der Bauingenieure, zeichnete im Vergleich der beiden Katastrophen ein beunruhigendes Bild:
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Der Rama-II-Crash: Hier brach der Kran in der Mitte regelrecht V-förmig zusammen. Dr. Amorn vermutet defekte Bolzen oder schwerwiegende Mängel bei der Montage, wodurch die Konstruktion unter dem Eigengewicht schlicht versagte.
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Das Unglück in Nakhon Ratchasima: Nur 24 Stunden zuvor gab es auf der Baustelle der thailändisch-chinesischen Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bezirk Sikhio ebenfalls Tote. Hier war es jedoch nicht die Maschine selbst, die nachgab. Laut Amorn riss das Fundament unter dem Kran auf, als dieser von einem Streckenabschnitt zum nächsten versetzt wurde.
Systematisches Versagen
Trotz der unterschiedlichen technischen Abläufe ist die Diagnose des Experten eindeutig: Beide Vorfälle seien keine isolierten Unglücke, sondern symptomatisch für ein tiefgreifendes Versagen der Sicherheitsstandards bei thailändischen Großprojekten.
Der nun verhängte Baustopp soll so lange gelten, bis jedes einzelne Projekt einer umfassenden Sicherheitsprüfung unterzogen wurde. Für die Regierung steht viel auf dem Spiel – nicht nur der Zeitplan wichtiger Verkehrsachsen, sondern vor allem das Leben der Pendler und Arbeiter.