Bangkok – In den luxuriösen Fluren einer Wohnanlage im pulsierenden Stadtteil Asoke endete am Donnerstag die Flucht eines Mannes, den Ermittler als das „kriminelle Gehirn“ hinter einem globalen Rauschgift-Netzwerk bezeichnen. In einer gemeinsamen Operation des Narcotics Suppression Bureau (NSB), der Einwanderungsbehörde und der Metropolpolizei klickten für den 27-jährigen Taiwanesen Chiang Ming Feng die Handschellen.
Teppiche, Nähmaschinen und flüssiges Gift
Hinter der Tür seines Apartments stießen die Beamten auf ein improvisiertes Logistikzentrum des Verbrechens. Neben einer Menge Ketamin entdeckten die Ermittler präparierte Teppiche mit versteckten Zwischenfächern, professionelles Verpackungsmaterial und sogar eine Nähmaschine – Utensilien, die dazu dienten, Drogen für den weltweiten Schmuggel unsichtbar zu machen.
Doch die wahre „Expertise“ des Verdächtigen lag im Detail: Laut Polizeiangaben verfügte Chiang über das technische Know-how, Heroin in eine weiße, geruchlose Flüssigkeit zu verwandeln, die optisch kaum von gewöhnlicher Kosmetik-Lotion zu unterscheiden ist. In gefälschte Produktbehälter abgefüllt, wurde das Gift per internationalem Expressversand (EMS) rund um den Globus verschickt, um herkömmliche Grenzkontrollen zu überlisten.
Eine Spur aus Laos führte nach Thailand
Der Durchbruch in den Ermittlungen gelang, nachdem zwei verdächtige Kisten abgefangen worden waren: Zehn Kilogramm flüssiges Heroin, die von Laos aus auf dem Weg nach Taiwan waren. Die Spur des „Chemikers“ führte die Fahnder schließlich direkt in sein Versteck nach Bangkok.
Dabei ist das Sündenregister des 27-Jährigen bereits vor seiner Festnahme in Thailand beachtlich. Eine Hintergrundprüfung ergab, dass Chiang in seiner Heimat Taiwan wegen vier schwerwiegender Delikte gesucht wird:
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Versuchter Mord
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Beteiligung an einer kriminellen Organisation
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Schwerer Betrug
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Diebstahl
„Diese Verhaftung ist ein entscheidender Schlag gegen ein hochkomplexes, transnationales Netzwerk“, erklärte Generalleutnant Achayon Kraithong, Kommissar des NSB.
Internationale Jagd auf Hintermänner
Die thailändischen Behörden haben Chiang umgehend die Aufenthaltserlaubnis entzogen. Während er nun nach thailändischem Recht vernommen wird, laufen die Drähte zwischen Bangkok und den taiwanesischen Sicherheitsbehörden heiß. Die Ermittlungen sind mit dem Zugriff in Asoke jedoch nicht abgeschlossen: Der NSB-Chef betonte, dass man in enger internationaler Zusammenarbeit bereits die nächsten Verdächtigen im Visier habe, um das Syndikat vollständig zu zerschlagen.
STIN // AI