CHIANG MAI – In einer koordinierten Razzia haben thailändische Elite-Einheiten einen weitreichenden Korruptionsskandal innerhalb der Provinzverwaltung von Chiang Mai aufgedeckt. Sechs Beamte, darunter zwei hochrangige stellvertretende Bezirkschefs, wurden am Donnerstag im Bezirk Chiang Dao festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, ein System zur Fälschung von Daueraufenthaltsgenehmigungen betrieben zu haben, um Ausländern – primär chinesischen Staatsangehörigen – illegal den Weg zur thailändischen Staatsbürgerschaft zu ebnen.
Zugriff im Morgengrauen
Die Operation wurde mit großem personellem Aufwand unter der Leitung von Polizeigeneralmajor Jruykiat Pankaeo, dem stellvertretenden Kommissar des Zentralen Ermittlungsbüros (CIB), durchgeführt. Flankiert wurde der Einsatz von Ermittlern der Antikorruptionsabteilung (ACD), der Nationalen Antikorruptionskommission (NACC) sowie Vertretern der Provinzverwaltung.
Unter den Festgenommenen befinden sich prominente Namen der lokalen Verwaltung: Die stellvertretenden Bezirksvorsteher Theerawat Suksri und Wiset Phongnok. Gemeinsam mit ihnen wurden vier Gemeindebeamtinnen – Suwanan Worathongchai, Natenapha Khuenphet, Rungarun Sawatsawai und Pornphatchara Thanakan – abgeführt.
Ein Netz aus Lügen und gefälschten Papieren
Die Verhaftungen basieren auf Haftbefehlen des Strafgerichts für Korruption und Amtsmissbrauch vom 20. Januar. Die Liste der Vorwürfe ist lang:
-
Widerrechtliche Ausübung oder Vernachlässigung von Amtspflichten.
-
Beglaubigung falscher amtlicher Dokumente.
-
Herstellung und Verwendung gefälschter Bevölkerungsregisterauszüge.
Die Ermittlungen gewannen an Fahrt, nachdem bereits Ende November letzten Jahres der Bezirkschef von Wiang Haeng unter ähnlichen Vorwürfen festgenommen worden war. Damals ging es um Bestechungsgelder im Austausch für den Rechtsstatus von Staatenlosen.
Die Spur der Geburtsurkunden
Der entscheidende Beweis für die aktuelle Verhaftungswelle fand sich im Standesamt von Tambon Thung Khao Phuang. Die Ermittler stießen auf eine am 15. August 2025 ausgestellte Geburtsurkunde nebst Begleitdokumenten. Beide trugen die Unterschriften von Theerawat Suksri und Wiset Phongnok. Eine eingehende Prüfung ergab jedoch: Die Dokumente waren von A bis Z gefälscht, um eine thailändische Identität zu fingieren, wo keine existierte.
„Mit aller Härte“ gegen den Ausverkauf der Identität
Das CIB betonte nach dem Zugriff, dass dies erst der Anfang sei. Die Ermittlungen werden nun ausgeweitet, um das gesamte Netzwerk hinter dem Identitätsbetrug offenzulegen. Jede einzelne in der Region ausgestellte Personenstandsurkunde stehe nun unter dem Vorbehalt der Überprüfung.
„Wir werden mit aller Härte rechtliche Schritte einleiten“, erklärte das Festnahmeteam. Ziel sei es, die Integrität des thailändischen Bevölkerungsregisters wiederherzustellen und weitere Korruption in den Behörden im Keim zu ersticken.
STIN // AI