PATTAYA – Es war das perfekte Trugbild von Exklusivität und Sicherheit: Mit dem klangvollen Namen „King Power Gold“, angeblichen Banken-Kontakten und dem Versprechen auf astronomische Renditen lockte ein professioneller Betrügerring hunderte Anleger in die Falle. Nun schlug die thailändische Polizei (ECD) zu.

In einer koordinierten Razzia in den Provinzen Chon Buri und Nakhon Ratchasima nahmen Spezialeinheiten der Abteilung für Wirtschaftskriminalität einen 52-jährigen Briten namens Bradley sowie fünf thailändische Frauen fest. Sie stehen unter dem dringenden Verdacht, einen Anlagebetrug gigantischen Ausmaßes orchestriert zu haben.

Die Masche: Wohltätigkeit als Köder

Hinter der glitzernden Fassade steckte laut Ermittlern ein perfider Plan. Als Kopf der Bande gilt eine Thailänderin namens Pornparuehat. Sie nutzte ihre eigene Bar und ihr Restaurant im Süden Pattayas als „Jagdrevier“, um gezielt Kontakt zu wohlhabenden ausländischen Rentnern aufzubauen.

Um Vertrauen zu gewinnen, griff die Gruppe zu ungewöhnlichen Mitteln:

  • Charity-Events: Die Verdächtigen organisierten glamouröse Spendenaktionen in Pattaya, um sich als angesehene Philanthropen zu inszenieren.

  • Gefälschte Dokumente: Opfer wurden in exklusive Chatgruppen eingeladen, wo sie mit professionell gefälschten Finanzunterlagen und angeblichen Partnerschaften mit Großbanken in die Irre geführt wurden.

  • Hohe Renditen: Versprochen wurden jährliche Gewinne, die weit über dem Marktüblichen lagen.

Ein Schneeballsystem vor dem Kollaps

Die bittere Realität hinter den Kulissen sah jedoch anders aus. Die Polizei gab bekannt, dass die eingezahlten Gelder in einem klassischen Schneeballsystem (Ponzi-Scheme) reinvestiert wurden. Statt echtem Goldhandel oder soliden Bankgeschäften wurden lediglich die Auszahlungen alter Investoren mit dem Geld neuer Opfer finanziert.


Die Bilanz des Betrugs

Kategorie Details
Geschätzter Schaden Über 300 Millionen Baht (ca. 8 Mio. Euro)
Anzahl der Opfer Mehr als 400 Personen (primär Rentner)
Anklagepunkte Betrug & Verstoß gegen das Computer-Kriminalitätsgesetz

Obwohl die Beweislast laut den Ermittlern erdrückend ist, bestreiten der Brite und seine mutmaßlichen Komplizinnen die Vorwürfe bisher vehement. Die Polizei prüft nun, ob weitere Hintermänner in das Netzwerk verstrickt sind und wohin die Millionen verschwunden sind. Für viele der betrogenen Rentner in Pattaya ist dieser Fall jedoch mehr als nur eine Schlagzeile – es ist der Verlust ihrer gesamten Lebensabend-Ersparnisse.

 

 

STIN // AI

Von stin

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