In Thailands politischer Arena fliegen die Milliarden: Von der „Produktion“ täglicher Millionäre bis hin zum umfassenden Wohlfahrtsstaat überbieten sich die Parteien mit kostspieligen Versprechen. Doch eine aktuelle Analyse des renommierten Thailand Development Research Institute (TDRI) deckt nun auf, dass hinter dem Glanz der Wahlplakate oft die finanzielle Transparenz fehlt. Besonders brisant: Ein Kernversprechen der Pheu Thai Partei taucht in den offiziellen Dokumenten für die Wahlkommission schlichtweg nicht auf.

Die „Geister-Millionäre“ der Pheu Thai

Es klingt wie ein wahr gewordener Traum für die Wähler: Neun neue Millionäre pro Tag – ermöglicht durch ein staatliches Lotterie-Anreizsystem. Doch die Experten des TDRI sind skeptisch. Nicht nur, dass dieses Programm jährlich schätzungsweise 3,2 Milliarden Baht verschlingen würde, ohne das Einkommen der Bürger nachhaltig zu steigern; die Forscher fanden bei der Überprüfung der offiziellen Unterlagen der Pheu Thai Partei bei der Wahlkommission keinerlei Spur von diesem Vorhaben.

Während die Partei mit Schuldenmoratorien für Landwirte und Kredithilfen für den Mittelstand (KMU) punktet, warnen die Ökonomen vor Preisgarantien für Agrarprodukte. Eine garantierte Gewinnspanne von 30 % könnte die Marktdynamik gefährlich verzerren.

Wohlfahrt um jeden Preis? Die Giganten der Ausgaben

Das TDRI untersuchte die Programme der fünf größten Parteien und stieß auf schwindelerregende Summen. Die jährlichen Zusatzkosten bewegen sich zwischen 150 und 740 Milliarden Baht.

  • Spitzenreiter Volkspartei: Mit geschätzten 740 Milliarden Baht pro Jahr führt sie die Liste an. Ihr Ziel ist ein radikaler Umbau zum Wohlfahrtsstaat inklusive massiver Rentenerhöhungen. Das TDRI warnt hier vor einer „langfristigen finanziellen Belastung“ und vermutet, dass viele Projekte schön-gerechnet wurden.

  • Die Demokratische Partei: Mit über 520 Milliarden Baht setzt sie auf eine Mischung aus Tradition und Megaprojekten. Während der Abbau von Bürokratie zur Korruptionsbekämpfung Lob erntet, sehen die Forscher in den Ernteertragsgarantien das Risiko einer massiven Überproduktion.

Zwischen Pragmatismus und Populismus

Am unteren Ende der Kostenskala rangiert die Bhumjaithai-Partei (ca. 148 Milliarden Baht), die auf ehrenamtliches Engagement in der Altenpflege setzt. Doch auch hier lauern Kostenfallen: Die Deckelung des Strompreises auf 3 Baht pro Einheit könnte das Staatsbudget sprengen. Ähnliches gilt für die Kla-Tham-Partei, deren Fokus auf lokaler Abfallverwertung zwar gelobt wird, deren zinsgünstige Kredite jedoch die private Verschuldung eher anheizen als bekämpfen könnten.

Warnsignal der Forscher: Die Koalitions-Falle

Das TDRI weist auf ein unterschätztes Risiko hin: Die tatsächlichen Kosten könnten weit über den Schätzungen liegen. In Thailand sind Koalitionsregierungen die Regel. Wenn mehrere Parteien ihre teuren Prestigeprojekte gleichzeitig in einen Koalitionsvertrag pressen, droht dem Haushalt eine Belastung, die das jährliche Investitionsbudget des Landes (ca. 760 Milliarden Baht) schnell überschreiten könnte.

Forderung nach Transparenz

Angesichts dieser Unsicherheiten richtet das TDRI einen dringenden Appell an die Wahlkommission: Parteien müssen gesetzlich verpflichtet werden, ihre Finanzierungspläne mindestens 30 Tage vor der Wahl im Detail offenzulegen. Nur so könne eine echte öffentliche Debatte stattfinden, statt die Wähler mit „Milliarden-Träumen“ zu locken, deren Rechnung am Ende das Volk bezahlt.

 

 

STIN // AI

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
5 Tage zuvor
Antwort auf  stin

Die Kassen waren schon leer als Prayuth von der Macht stolperte.
Deficitspending hat viele Industrieländer groß gemacht..
USA,China, Japan , Deutschland ,Österreich und die ASEAN Staaten , nicht zuletzt.

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