BANGKOK – Wenn der Goldpreis schwindelerregende Höhen erreicht, steigt in den Straßen Bangkoks die Gefahr. Angesichts einer Serie von spektakulären Raubüberfällen schlägt die thailändische Polizei nun Alarm: Rund 100 der etwa 1.000 Goldgeschäfte in der Metropole befinden sich in sogenannten „roten Zonen“ – Hochrisikogebieten, in denen Kriminelle immer rücksichtsloser zuschlagen.
Ein 15-Millionen-Baht-Raub als Weckruf
Der jüngste Vorfall am vergangenen Freitag in der Sukhumvit Soi 50 verdeutlicht die Brisanz: Ein bislang flüchtiger Täter erbeutete in einem Einkaufszentrum im Bezirk Khlong Toey Gold und Bargeld im Wert von rund 15 Millionen Baht. Es ist kein Einzelfall. Die rasant steigenden Goldpreise wirken wie ein Magnet auf Schwerverbrecher. Innerhalb nur eines Jahres explodierte der Preis für Goldbarren um 56 % und erreichte am 3. Februar ein Rekordniveau von 73.300 Baht pro Baht-Gewicht (15,2 Gramm).
„Rote Zonen“: Polizei fordert eiserne Sicherheitsvorkehrungen
Der stellvertretende nationale Polizeichef, General Thatchai Pitaneelabut, fand bei einem Krisentreffen in der Polizeiwache Phra Khanong deutliche Worte. Er nimmt die Ladenbesitzer in die Pflicht:
„Dieses Problem hat Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Sicherheit der Menschen, einschließlich der Touristen“, warnte Thatchai.
Die Polizei fordert von den Betreibern in kriminalitätsbelasteten Gebieten drastische Upgrades:
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Professioneller Schutz: Anstellung von speziell geschultem Sicherheitspersonal.
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Physische Barrieren: Installation massiver Sicherheitsgitter.
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Finanzielle Absicherung: Sicherstellung eines umfassenden Versicherungsschutzes.
Konsequenzen für Sicherheitsmuffel
Besonders brisant: Laut Thatchai haben einige Betreiber polizeiliche Empfehlungen in der Vergangenheit schlicht ignoriert. Damit soll nun Schluss sein. Der General schlug vor, dass Versicherungsgesellschaften die Prämien für jene Geschäfte drastisch erhöhen sollten, die sich weigern, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern.
Die Angst in den Malls
Ein besonderes Augenmerk liegt auf kleinen Goldläden in großen Einkaufszentren. Die hohe Kundenfrequenz macht diese Orte besonders vulnerabel. Die Erinnerung an den 9. Januar 2020 sitzt tief: Damals stürmte ein Schuldirektor einen Goldladen in Lop Buri, erschoss drei Menschen – darunter ein kleines Kind – und verletzte vier weitere.
Um solche Tragödien zu verhindern, hat das Königlich Thailändische Polizeipräsidium nun eine landesweite Anweisung herausgegeben. Das Ziel ist klar definiert: Prävention durch Abschreckung und eine Aufklärungsquote unter Hochdruck. Verdächtige sollen künftig innerhalb von maximal zwei Wochen hinter Gittern sitzen.
STIN // AI