In einer flammenden Rede warnt der Polit-Veteran Chuan Leekpai vor einer schleichenden Unterwanderung thailändischer Institutionen. Zwischen Berichten über illegale Truppenbefehle, Bestechungsgeldern in Millionenhöhe und einer „gekauften“ Demokratie zeichnet der ehemalige Premier ein düsteres Bild der aktuellen politischen Lage.
Militär unter Verdacht: Wahlkampfhilfe in Uniform?
Es sind Vorwürfe, die die Grundfesten der thailändischen Neutralität erschüttern: Chuan Leekpai, Urgestein der Demokratischen Partei, enthüllte auf einer Wahlkampfveranstaltung in Trang brisante Informationen über mutmaßliche politische Einflussnahme innerhalb der Armee.
Truppenteile in der Region seien demnach angewiesen worden, die Bhumjaithai-Partei aktiv zu unterstützen. Chuan suchte daraufhin das direkte Gespräch mit Verteidigungsminister General Natthapon Nakpanich. Das Ergebnis des Telefonats: Während die politische Führung jede offizielle Weisung von sich weist, bleibt der Verdacht im Raum, dass eigenmächtige Offiziere auf niedrigeren Ebenen die Soldaten als Wahlkampfhelfer missbrauchen. Chuans Appell war unmissverständlich: Beamte müssen neutral bleiben und dürfen sich nicht zum Werkzeug der Macht machen lassen.
Der „Teufelskreis“ der Institutionen
Doch die Sorge des ehemaligen Vorsitzenden geht weit über das Militär hinaus. Er warnt vor einem „Teufelskreis“, der den öffentlichen Dienst und unabhängige Behörden erfasst habe.
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Senats-Manipulation: Chuan wirft der Regierung vor, das Auswahlverfahren für den Senat zu manipulieren, um loyale „Günstlinge“ in entscheidende Aufsichtsgremien einzuschleusen.
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Systemzerstörung: Diese Form der Einflussnahme sei laut Chuan weitaus gefährlicher als bloße Bestechung. Sie zerstöre die Fähigkeit des Landes, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.
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Lahme Wahlkommission: Als Beispiel für die schwindende Unabhängigkeit nannte er das auffallend zögerliche Vorgehen der Wahlkommission bei Beschwerden gegen den Premierminister.
„Wenn die Wächter des Rechts selbst korrumpiert werden, verliert das Land seinen moralischen Kompass.“
50 Millionen Baht für ein Mandat?
Besonders drastisch schilderte Chuan die finanzielle Dimension des Wahlkampfs. Politisch-wirtschaftliche Netzwerke sollen Summen zwischen 40 und 50 Millionen Baht geboten haben, um Abgeordnete zu kaufen. In seiner Heimatprovinz Trang seien zudem Kandidaten massiv eingeschüchtert worden, um sie zur Aufgabe zu zwingen.
Ein leidenschaftlicher Appell an die Wähler
Trotz der düsteren Prognosen schloss Chuan mit einem flammenden Plädoyer für die Integrität. Er rief die Bürger dazu auf, ihre Würde nicht für Geld zu verkaufen. Nur durch die Wahl ehrlicher Politiker könne das Land den Teufelskreis aus Korruption und Machtmissbrauch durchbrechen.
STIN // AI
Ja, wie schon erwähnt – da werden alle diesmal aufpassen und es
könnte nach der Wahl eine Anzeigenflut auf die Behörden/Wahlkommission zukommen.
Früher gab es nur die Thaksin-Parteien, wo man sich sicher war, dass nur die gewinnen kann.
Was ja auch dann so gekommen ist.
Nun läuft es aber seit der letzten Wahl anders, es gewann die MFP und nun wird es noch
enger – 3 Großparteien so eng beieinander, dass man nicht prognostizieren kann, wer gewinnen wird.
Sonntag wird spannend.