HAT YAI – In einer konzertierten Aktion, die an die Präzision eines Militäreinsatzes erinnerte, haben thailändische Sicherheitskräfte das Rückgrat eines massiven Schmuggelrings in der Provinz Songkhla gebrochen. Im Visier der Ermittler: Ein Netzwerk, das den Süden des Landes mit illegalen Glimmstängeln überflutet hat. Die Bilanz der Razzia in der Innenstadt von Hat Yai ist beachtlich – über 2.000 Kisten geschmuggelter Luxuszigaretten mit einem Marktwert von rund 67 Millionen Baht (ca. 1,7 Mio. Euro) wurden sichergestellt.
Mobile Warenlager als Tarnung
Die Drahtzieher hinter dem Schmuggel agierten mit einer Raffinesse, die selbst erfahrene Zollbeamte überraschte. Anstatt auf statische Lagerhäuser zu setzen, die leicht ins Visier der Behörden geraten könnten, nutzte die Bande eine Flotte von elf Lieferwagen als rollende Depots. Diese wurden strategisch im Stadtgebiet verteilt, um im Bedarfsfall schnell verschwinden zu können. Als zusätzliche Tarnung dienten harmlose Einzelhandelsgeschäfte, die nach außen hin ein legales Business vortäuschten, im Hinterzimmer jedoch die Schmuggelware umschlugen.
Premierminister Anutin: „Ein Angriff auf den Staat“
Inmitten seines Wahlkampfs ließ es sich Ministerpräsident Anutin Charnvirakul nicht nehmen, den Erfolg persönlich zu verkünden. Bei einer Pressekonferenz am 5. Februar begutachtete er die beschlagnahmten Kartons und sparte nicht mit scharfen Worten.
„Dies war das größte Schmuggelnetzwerk in der gesamten Südregion“, erklärte Anutin vor Journalisten. „Wären diese Zigaretten in den Umlauf gelangt, hätten sie nicht nur die Gesundheit unserer Bürger massiv gefährdet, sondern dem Staat durch entgangene Steuereinnahmen immensen wirtschaftlichen Schaden zugefügt.“
Die Zahlen, die der Premier präsentierte, zeichnen ein düsteres Bild der Lage im Süden: Schätzungsweise 90 % aller ausländischen Zigaretten, die in Songkhla und den umliegenden Provinzen verkauft werden, stammen aus illegalen Quellen.
Jagd auf die Hintermänner
Bei dem Zugriff konnten insgesamt 14 Verdächtige festgenommen werden. Doch für die Ermittler ist die Arbeit mit der Beschlagnahmung und den Verhaftungen noch lange nicht beendet. Die Polizei, unterstützt von Militär und Steuerfahndung, wertet derzeit sichergestellte Dokumente und Kommunikationsdaten aus.
Ziel sei es nun, die Hierarchie des Syndikats vollständig zu durchleuchten. Man wolle sich nicht mit den „kleinen Fischen“ zufriedengeben, so Anutin. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, den oder die Hintermänner zu identifizieren, die das logistische Meisterstück des mobilen Schmuggels orchestriert haben.