Keine Experimente, keine Almosen und eine klare Absage an Kambodscha: Bhumjaithai-Chef Anutin Charnvirakul positioniert sich bei einem fulminanten Wahlkampfauftritt als der starke Mann, der Thailand die wirtschaftliche Selbstachtung zurückgeben will.
In einer energischen Grundsatzrede am Freitag stellte Premierminister Anutin Charnvirakul unmissverständlich klar: Das Königreich sei „kein Übungsfeld für politische Amateure“. Mit Blick auf die kommende Regierungsbildung reklamierte er für seine Bhumjaithai-Partei die zentrale Führungsrolle. Das Land brauche keine Politiker, die ihr Handwerk erst im Amt erlernen müssten, sondern eine erfahrene Hand, die sofort zupacken könne.
Abrechnung mit dem Image vom „kranken Mann“
Besonders dünnhäutig reagierte Anutin auf internationale Kritik. Die jüngste Bezeichnung Thailands als „kranker Mann Asiens“ durch die Financial Times wies er scharf zurück. Dennoch gab er sich realistisch: Das Wirtschaftswachstum hinkt im regionalen Vergleich hinterher. Seine Antwort darauf ist jedoch kein populistisches Füllhorn.
Anutin wetterte gegen eine Politik der bloßen Geldgeschenke, die er als „nicht nachhaltig“ und schädlich bezeichnete. Getreu dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ betonte er:
„Es ist besser, jemandem das Fischen beizubringen, als ihm jedes Mal einen Fisch zu geben, wenn er Hunger hat.“
Harte Kante in der Außenpolitik
Für Aufsehen sorgte Anutins Ankündigung, die diplomatischen Zelte in einer Kernfrage der Energiepolitik abzubrechen. Er plane, das Memorandum of Understanding (MoU) Nr. 44 mit Kambodscha sowie alle bisherigen Vereinbarungen über die 50:50-Aufteilung maritimer Ressourcen in umstrittenen Gebieten aufzukündigen.
Zwar versicherte er, dass es keine bewaffneten Konflikte mit dem Nachbarland geben werde – solange Kambodscha auf Provokationen verzichte –, doch signalisiert dieser Schritt eine deutlich nationalistischere Gangart bei der Sicherung nationaler Rohstoffe.
Kontinuität an der Spitze
Sollte die Bhumjaithai-Partei als Sieger aus den Wahlen hervorgehen, sieht Anutin sich selbst ganz klar im Amt des Premierministers. Dabei setzt er auf sein bewährtes Team: Die Vertrauten Sihasak Phuangketkeow, Ekniti Nitithanprapas und Suphajee Suthumpun sollen auch in einer neuen Regierung ihre Schlüsselpositionen behalten.
Nach 17 Jahren im politischen Dienst sieht Anutin seine Partei am Zenit ihres Einflusses. Thailand könne sich keine Verzögerungen mehr leisten – seine Mannschaft stehe bereit, das Land vom ersten Tag an in eine Ära von „Wohlstand und Stärke“ zu führen.
STIN // AI