In Bangkok laufen die Drähte heute, am 9. Februar 2026, heiß. Nachdem Premierminister Anutin Charnvirakul und seine Bhumjaithai-Partei mit rund 194 Sitzen als klarer Sieger aus der Wahl hervorgegangen sind, zeichnet sich eine schnelle Regierungsbildung ab.
Hier ist der aktuelle Stand der Dinge:
1. Anutins „Siegeszug“ und die Partnerwahl
Anutin hat sich bereits öffentlich zum Wahlsieger erklärt und betont, dass das Ergebnis ein Mandat für „Stabilität und nationale Sicherheit“ sei. Da er für die Regierungsbildung mindestens 251 Sitze benötigt, haben die Sondierungen bereits begonnen:
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Der natürliche Partner: Die konservative Kla Tham Partei (ca. 57–58 Sitze) gilt als gesetzt. Zusammen kämen sie punktgenau auf etwa 251 bis 252 Sitze.
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Die Suche nach dem Puffer: Um nicht bei jeder Abstimmung um die Mehrheit zittern zu müssen, sucht Anutin nach weiteren Partnern.
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Pheu Thai als „Zünglein an der Waage“: Trotz des schwachen Abschneidens (ca. 74–76 Sitze) ist die Pheu Thai der begehrteste Partner. Erste Signale deuten darauf hin, dass die Partei bereit wäre, als Juniorpartner in eine Koalition einzutreten, um politisch relevant zu bleiben.
2. Börse reagiert positiv
Interessanterweise hat der klare Vorsprung der Konservativen die Märkte beruhigt. Der thailändische Aktienmarkt stieg heute um rund 3 %, da Investoren eine langwierige Phase der Instabilität – wie nach der Wahl 2023 – für weniger wahrscheinlich halten.
3. Die Opposition geht in Stellung
Die progressive Prachachon-Partei (People’s Party), die mit etwa 116–118 Sitzen zweitstärkste Kraft wurde, hat offiziell bestätigt, dass sie keine Versuche unternehmen wird, eine Gegenkoalition zu bilden. Parteichef Natthaphong Ruengpanyawut erklärte:
„Wir akzeptieren das Ergebnis und werden eine konstruktive, aber harte Opposition bilden.“
4. Was Anutin bereits festlegt
In ersten Statements machte Anutin klar, dass zentrale Ministerposten wie Finanzen, Außenhandel und Verteidigung nicht zur Disposition stehen und in den Händen seiner Vertrauten bleiben sollen. Er will den nationalistischen Kurs, der ihm den Wahlsieg eingebracht hat, konsequent fortsetzen.
Der nächste Meilenstein
In den kommenden 24 bis 48 Stunden wird mit einer ersten gemeinsamen Presseerklärung der potenziellen Koalitionspartner gerechnet. Es bleibt spannend, welche Zugeständnisse Anutin der Pheu Thai machen muss, falls diese dem Bündnis beitritt.
STIN // AI
Ja, das befürche ich auch leider – eine Koalition mit Pheu Thai.
Aber positiv ist es, dass sie nur als Juniorpartner mit unwichtigen Ressorts antreten könnten.
Vielleicht zertrümmert Anutin dann die PT gleich ganz, wie Merkel die FDP seinerzeit – weil Pheu Thai
Anutin aus der letzten Koalition gejagt hatte.
Alles in allem – soweit läuft alles rund, nicht perfekt – aber rund.