Ein dramatisches Geiseldrama hat am Mittwochnachmittag den thailändischen Bezirk Hat Yai in Atem gehalten. Was als häusliche Gewalt begann, eskalierte innerhalb weniger Minuten zu einem blutigen Amoklauf an der Phatong Prathan Keeriwat Schule, bei dem eine Schuldirektorin lebensgefährlich verletzt und zwei Schülerinnen Opfer der Gewalt wurden.
Eskalation im Elternhaus
Die Kette der Gewalt begann gegen 16:45 Uhr in einem Wohnhaus unweit des Schulgeländes. Anwohner alarmierten die Polizei, nachdem ein 18-jähriger Mann völlig die Beherrschung verloren hatte und versuchte, seine eigene Mutter anzugreifen. Doch der Versuch der Beamten, die Situation zu deeskalieren, schlug katastrophal fehl: In einem Moment des Chaos gelang es dem Verdächtigen, den Einsatzkräften ein M4-Sturmgewehr zu entreißen. Bewaffnet und unberechenbar flüchtete er direkt auf das benachbarte Schulgelände an der Thetsaban 31 Road.
Panik in der Schule
Der Zeitpunkt hätte kaum kritischer sein können – der Unterricht neunte sich dem Ende zu, als der 18-Jährige „in einem extrem erregten Zustand“ die Gebäude stürmte. Zeugenberichten zufolge war der Angreifer gezielt auf der Suche nach einer Lehrerin, die zuvor seine jüngere Schwester diszipliniert haben soll.
In den Gängen der Schule brach nackte Panik aus, als die ersten Schüsse fielen. Die Bilanz der ersten Minuten war verheerend:
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Die Schuldirektorin wurde von Kugeln in die Brust und den Oberkörper getroffen. Sie schwebt nach einer Notoperation im Hat Yai Krankenhaus weiterhin in Lebensgefahr.
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Eine 14-jährige Schülerin erlitt einen Bauchschuss und wird derzeit intensivmedizinisch betreut.
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Ein weiteres Mädchen verletzte sich bei einem Sturz aus großer Höhe schwer am Knöchel, als sie versuchte, den Schüssen zu entkommen.
Das Ende des Geiseldramas
Nachdem er die Schulleiterin niedergeschossen hatte, verschanzte sich der Täter mit einer Lehrerin als Geisel in einem der Gebäude. Spezialeinsatzkräfte riegelten das Areal sofort ab und versuchten über Stunden, den Schützen zur Aufgabe zu überreden.
Wie das Zentrale Ermittlungsbüro mitteilte, musste der Zugriff schließlich gewaltsam erfolgen. Um das Leben der Geisel zu retten, setzten die Beamten die Schusswaffe ein. Der 18-Jährige wurde angeschossen, überwältigt und unter Polizeischutz in ein Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem Sicherheitsversagen bei der Entwendung der Dienstwaffe dauern an.
STIN // AI