Bangkok überrascht die Märkte: Mit einem unerwartet starken Schlussspurt im vierten Quartal schüttelt Thailand die Lethargie der letzten Monate ab. Während die Exporte anziehen und die Touristenmassen zurückkehren, bereitet sich der neue Premierminister Anutin Charnvirakul darauf vor, diesen Schwung für seine ambitionierte Reformagenda zu nutzen.
Der Befreiungsschlag in Zahlen
Lange Zeit galt Thailand als das Sorgenkind Südostasiens, doch die jüngsten Daten des Nationalen Wirtschafts- und Sozialentwicklungsrats (NESDC) zeichnen ein neues Bild. In den letzten drei Monaten des Jahres schoss das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,5 % im Vergleich zum Vorjahr in die Höhe.
Damit wurden selbst optimistische Prognosen pulverisiert: Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit einem Plus von 1,3 % gerechnet. Besonders beeindruckend ist die Dynamik im Quartalsvergleich – ein Zuwachs von 1,9 % gegenüber dem Vorquartal lässt das magere Wachstum von 1,2 % aus dem Herbst weit hinter sich.
Politisches Gold für Charnvirakul
Für den frisch vereidigten Premierminister Anutin Charnvirakul kommen diese Nachrichten zur rechten Zeit. Nachdem seine Partei bei den Wahlen unerwartet stark abgeschnitten und erst letzte Woche eine stabile Koalition geschmiedet hat, dienen die Zahlen als Bestätigung seines Kurses.
Charnvirakul ist mit dem Versprechen angetreten, die „chronische Wachstumsschwäche“ des Landes zu heilen. Sein Fokus liegt auf:
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Entlastung der Haushalte: Sofortmaßnahmen gegen die galoppierenden Lebenshaltungskosten.
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Beschäftigungsgarantie: Sicherung von Arbeitsplätzen in einer sich wandelnden Industrie.
- Staatliche Impulse: Gezielte Investitionen zur Ankurbelung des Binnenkonsums.
Die Strategie von Anutin Charnvirakul
Der Premierminister setzt nun auf eine aggressive Fiskalpolitik. Seine Priorität liegt darin, das Realeinkommen der Bevölkerung zu erhöhen, um die Ungleichheit zu bekämpfen, die als Hauptursache für die politische Instabilität der letzten 20 Jahre gilt.
Das Erbe der Instabilität
Trotz der Euphorie bleibt der Weg steinig. Zwei Jahrzehnte politischer Unruhen haben tiefe Spuren hinterlassen. Thailand, einst der „Tiger“ der Region, ist zum Nachzügler degradiert worden. Mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2 % hinkt das Land Nachbarn wie Malaysia oder Singapur hinterher und erreicht nur einen Bruchteil des Tempos von Vietnam.
Hohe Verschuldung, eine alternde Gesellschaft und soziale Ungleichheit sind die strukturellen Bremsen, die Charnvirakul nun lösen muss. Das NESDC bleibt für das laufende Jahr vorsichtig und prognostiziert ein Wachstum zwischen 1,5 % und 2,5 %.
STIN // AI
Ja, für Anutin läuft derzeit alles rund….
Jetzt muss er nur noch die Staatsverschuldung wegen dem gescheiterten 10.000 Baht Projekt unter
Kontrolle bringen, dann wird das schon wieder.