In den verwinkelten Korridoren der thailändischen Macht hat das Rechnen ein Ende – zumindest wenn es nach der Bhumjaithai-Partei geht. Mit der Wucht einer politischen Lawine verkündete die Partei heute ihren Anspruch auf die Führung des Landes. Das Ziel: Die 286-Sitze-Marke im Repräsentantenhaus und damit die absolute Mehrheit für Anutin Charnvirakul als nächsten Premierminister.
Die Allianz der „Zwerge“
Was wie ein politisches Puzzle aussieht, ist in Wahrheit eine strategische Meisterleistung. Bhumjaithai-Generalsekretär Chaichanok Chidchob und Sprecherin Nan Boonthida Somchai präsentierten heute eine Phalanx von Unterstützern, die Anutins Weg ins Regierungsgebäude ebnen soll.
Dabei setzt die Partei auf das Prinzip „Kleinvieh macht auch Mist“: Über zehn Kleinstparteien – von New Democracy bis zur New Alternative – haben ihre Loyalität geschworen. Gemeinsam mit Schwergewichten wie der Pheu-Thai-Partei (74 Sitze) und weiteren Partnern wie Palang Pracharath (5) formt sich ein Block, der die magische Grenze von 250 Sitzen im 500-köpfigen Unterhaus bereits deutlich überschritten hat.
Risse im Süden: Die Prachachat-Rebellion
Besonders brisant: Der Block wildert erfolgreich in fremden Revieren. Vier der fünf gewählten Abgeordneten der Prachachat-Partei haben ihrem eigenen Lager den Rücken gekehrt und Anutin die Treue geschworen. Die Abgeordneten aus den Provinzen Yala und Narathiwat sollen noch heute Nachmittag im Bhumjaithai-Hauptquartier medienwirksam als Neuzugänge präsentiert werden.
Doch die Einheit ist nicht lückenlos. Ein Name fehlt auf der Liste der Überläufer: Tawee Sodsong. Der prominente Abgeordnete verweigert den Schulterschluss – ein offener Affront, begründet durch tief sitzende Feindschaften über den Khao Kradueng-Landstreit und Vorwürfe illegaler Absprachen bei den Senatswahlen.
Der „Kla Tham“-Faktor: Das Zünglein an der Waage?
Trotz der proklamierten 286 Sitze ist der Hunger nach Macht noch nicht gestillt. Laut inoffiziellen Ergebnissen der Wahlkommission hält die Kla Tham Partei unter Narumon Pinyosinwat satte 58 Sitze. Chaichanok bestätigte bereits, dass Anutin persönlich die Fühler ausgestreckt hat. Sollte Kla Tham einknicken, wäre Anutins Mehrheit nicht nur komfortabel, sondern nahezu unantastbar.
Noch sind die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen nicht abgeschlossen, doch die Botschaft des heutigen Tages ist klar: Die Architektur der neuen Regierung steht – und sie trägt die Handschrift von Bhumjaithai.
STIN // AI
BJT hat einen Höhenflug – die würden wohl eine Koalition schaffen, wenn PP der Wahlsieger wäre, ohne Absoluter.
Jetzt kann man nur hoffen, dass Anutin so schlau ist, wenn er die Kla Tham Partei auch in die Koaliton führen
sollte, dass er nicht Thammanat als Minister irgendeines Ressorts akzeptiert, wäre ev. riskant.