BANGKOK – Die leuchtenden Laternen und das geschäftige Treiben zum chinesischen Neujahrsfest auf der berühmten Yaowarat Road bilden normalerweise die Kulisse für kulinarische Entdeckungsreisen. Doch für eine junge Thailänderin verwandelte sich der Bummel durch Bangkoks Chinatown am vergangenen Montag, den 16. Februar, in einen Albtraum. In den sozialen Medien warnt sie nun eindringlich vor einer perfiden Masche, die selbst erfahrene Stadtbesucher eiskalt erwischt.
Der Schnitt, der alles veränderte
Unter dem Instagram-Namen @yinglekyinglek veröffentlichte das sichtlich erschütterte Opfer am Dienstag ein Video, das das Ausmaß der Tat zeigt. Mit zitternden Händen präsentiert sie ihre hellbraune Longchamp-Tasche – an der Seite klafft ein langer, präziser Schnitt. Es ist das Werk eines Profis, ausgeführt inmitten von Menschenmassen, ohne dass das Opfer im ersten Moment Verdacht schöpfte.
Obwohl sie die Yaowarat Road regelmäßig besucht, sei dies das erste Mal, dass sie Opfer eines solchen Übergriffs wurde. Die Bilder ihrer zerstörten Tasche gingen schnell viral und dienen nun als mahnendes Beispiel für Touristen und Einheimische gleichermaßen.
Die Falle am Geldautomaten
Der Tathergang lässt auf eine gezielte Beobachtung schließen. Wie die Frau in den Kommentaren schildert, suchte sie zunächst einen Geldautomaten (ATM) auf, um sich für die Streetfood-Stände mit Bargeld einzudecken. Kurz bevor sie die Transaktion abschloss, bemerkte sie, dass sie noch genügend Scheine bei sich trug, und brach den Vorgang ab.
Nur Augenblicke nachdem sie den Automaten verlassen hatte, geschah es:
„Ich spürte einen heftigen Stoß von hinten“, berichtet sie. „Wegen des enormen Andrangs während der Neujahrsfeierlichkeiten hielt ich das für normal und drehte mich nicht einmal um.“
Ein fataler Irrtum. Erst als sie wenig später ihr Handy in die Tasche stecken wollte, bemerkte sie das gähnende Loch im Material. Die Diebe hatten den Moment des Gedränges genutzt, um die Tasche mit einer Rasierklinge oder einem Skalpell aufzuschlitzen.
Glück im Unglück
Trotz des Schocks kam die Frau glimpflich davon. Da sie ihr Smartphone in der Hosentasche trug und ein Teil ihres Bargelds sicher bei einer Freundin verstaut war, hielt sich der materielle Verlust in Grenzen. Über den genauen Wert der Beute schwieg sie, fügte jedoch mit einer Prise Bitterkeit hinzu, dass sie weniger der Verlust des Geldes schmerze als die Zerstörung ihrer geliebten Tasche.
Polizei unter Druck: Ein Wiederholungstäter-Problem?
Die Betroffene hat mittlerweile Anzeige bei der Polizeistation Phlap Phla Chai 2 erstattet. Die Beamten haben Ermittlungen aufgenommen und versprochen, den Täter anhand von Videoaufnahmen zu identifizieren.
Der Vorfall weckt jedoch böse Erinnerungen: Bereits im vergangenen Dezember kam es in der nahegelegenen Songwat Road zu einem ähnlichen Vorfall, bei dem drei Frauen einer Ausländerin die Tasche entwendeten. Trotz klarer Überwachungsbilder gab es in diesem Fall bislang keine Festnahmen. Der erneute Übergriff wirft nun Fragen nach der Sicherheit in Bangkoks Touristen-Hotspots während der Feiertage auf.
STIN // AI