Ein blutiger Morgen erschüttert die thailändische Provinz Phang Nga. Nach einer tödlichen Schießerei im Bezirk Kuraburi fahndet die Polizei fieberhaft nach einem bewaffneten Täter. Aus Angst vor weiteren Eskalationen wurden mehrere Schulen evakuiert und geschlossen. Die Region steht unter Schock.

KURABURI – Es war ein gewöhnlicher Freitagmorgen, bis gegen 07:30 Uhr die Stille im Unterbezirk Kura durch Schüsse zerrissen wurde. Überwachungsaufnahmen aus dem Haus des Opfers zeigen das eiskalte Vorgehen: Der 50-jährige Prapas Boonsen, in der Gegend nur als „Lon“ bekannt, steuerte sein Motorrad direkt auf das Grundstück des 64-jährigen Halim Tohmad. Ohne zu zögern, trat er an die Ladefläche eines Lastwagens heran und feuerte drei gezielte Schüsse ab.

Halim Tohmad erlitt einen schweren Kopfschuss. Er wurde zwar umgehend in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert, doch die Ärzte konnten nur noch seinen Tod feststellen.

Eine Flucht der Gewalt

Während die Ehefrau des Opfers – ihr Enkelkind schützend im Arm – in Todesangst vom Tatort floh, setzte der Schütze seinen Amoklauf fort. Gegen 09:30 Uhr meldeten die Behörden weitere Zwischenfälle: Prapas schoss auf das Haus eines stellvertretenden Dorfvorstehers, bevor er zu seinem eigenen Anwesen zurückkehrte und dort sechs Schüsse in die Luft abfeuerte. Auch das Haus eines Freundes wurde zum Ziel seiner Aggression; dieser blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Zeugen beschreiben „Lon“ als tickende Zeitbombe. Er sei für sein extremes Temperament berüchtigt und fast immer bewaffnet gewesen. Lokale Stimmen vermuten eine psychische Störung hinter dem Gewaltausbruch.

Großfahndung im Dschungel

Die Polizei leitete sofort eine massive Suchaktion ein. In einem Waldgebiet nahe Khao Nuey, etwa fünf Kilometer vom ersten Tatort entfernt, entdeckten die Beamten das verlassene Fluchtmotorrad. In einer Waldhütte, die dem Verdächtigen als Unterschlupf diente, stellten die Ermittler zudem eine illegale, nicht registrierte Schusswaffe sicher. Von Prapas Boonsen fehlt jedoch jede Spur – er gilt als extrem gefährlich und vermutlich weiterhin bewaffnet.

Schulen im Ausnahmezustand

Die Angst vor dem flüchtigen Schützen hat den Bildungsbetrieb im Bezirk lahmgelegt. Die Behörden ordneten die sofortige Schließung der Schulen Bang Wa, Ban Triam, Ban Suan Mai und Dalis Salam an.

„Die Sicherheit unserer Schüler und Lehrer hat oberste Priorität. Solange der Verdächtige frei herumläuft, ist ein geregelter Unterricht nicht zu verantworten“, erklärte die Schulleitung der Bang Wa School via Social Media.

Der Unterricht soll frühestens am Montag wieder aufgenommen werden, sofern die Polizei Entwarnung gibt.

Ministerium warnt vor Nachahmungstätern

Der Vorfall hat Wellen bis nach Bangkok geschlagen. Bildungsministerin Narumon Pinyosinwat reagierte prompt und forderte landesweit verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an Schulen. Unter dem Eindruck einer erst kürzlich zurückliegenden Tragödie in Hat Yai warnte sie eindringlich vor dem Risiko von Nachahmungstaten.

Schulen im ganzen Land sind nun aufgerufen, ihre Notfallpläne zu verschärfen und ein besonderes Augenmerk auf das psychische Wohlbefinden sowie auffälliges Verhalten in ihrem Umfeld zu legen. In Phang Nga wartet man derweil mit angehaltenem Atem auf die Nachricht der Festnahme.

 

STIN // AI

Von stin

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