BANGKOK – Es ist ein Justizdrama, das Thailand seit Jahren in Atem hält und nun in einem weiteren Akt sein Urteil fand: Sararat Rangsiwuthaporn, im ganzen Land nur als „Aem Cyanide“ bekannt, entgeht nur knapp dem Schafott. Das Strafgericht in Bangkok verurteilte die 39-Jährige am Donnerstag wegen des heimtückischen Mordes an einer Polizeibeamtin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Der tödliche Verrat am Phra Pathom Chedi

Die Beweisaufnahme zeichnete ein erschütterndes Bild vom 1. April 2023. Im Schatten des majestätischen Phra Pathom Chedi in der Provinz Nakhon Pathom traf sich die Angeklagte mit ihrer Freundin, der Polizeimajorin Nipa „Inspector Pu“ Sangchan. Was als freundschaftliches Treffen begann, endete in einer Tragödie: Sararat mischte laut Gericht hochgiftiges Cyanid in die Speisen oder Getränke der Beamtin.

Kurze Zeit später war „Inspector Pu“ tot – gestorben an akutem Herzversagen, ausgelöst durch das tödliche Gift. Das Motiv war so banal wie grausam: Habgier. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Sararat die Polizistin tötete, um finanzielle Vorteile aus vorangegangenen Betrügereien gegen das Opfer zu ziehen.

Von der Todeszelle zur lebenslangen Haft

Es ist nicht das erste Mal, dass Sararat vor den Schranken des Gerichts steht. Bereits am 20. November 2024 wurde sie wegen eines ähnlichen Falls – dem Mord an ihrer Freundin Siriporn „Koy“ Khanwong – zum Tode verurteilt. Auch damals war das Muster identisch: Giftmord aus Geldnot, gefolgt vom Diebstahl der Habseligkeiten des Opfers.

Im aktuellen Prozess gegen die Polizistin verhängten die Richter ursprünglich erneut die Todesstrafe. Doch ein spätes Geständnis und ihre Kooperationsbereitschaft während der Ermittlungen retteten ihr das Leben: Das Strafmaß wurde in lebenslange Haft umgewandelt.


Die Spur des Giftes: 15 Opfer im Visier

Der Fall Sararat gilt als eine der beispiellosesten Mordserien der thailändischen Kriminalgeschichte. Die Ermittler sind überzeugt, dass die Frau aus Kanchanaburi zwischen 2015 und 2023 eine blutige Spur durch das Land zog:

  • 14 Todesopfer und ein Überlebender werden ihr zugerechnet.

  • Das Motiv: Spielsucht. Die Polizei brachte die Taten mit massivem Online-Glücksspiel und auffälligen Banktransaktionen in Verbindung.

  • Die Methode: Cyanid wurde gezielt eingesetzt, um Schulden zu tilgen oder an Wertgegenstände zu gelangen.

Als Sararat am 25. April 2023 unter der Leitung vom ehemaligen Vize-Polizeichef General Surachate Hakparn ( Big Joke)  festgenommen wurde, war sie schwanger – ein Umstand, der die öffentliche Empörung über die Kaltblütigkeit der Taten nur noch verstärkte. Mit dem Abschluss der Ermittlungen im Juni 2023 und dem jetzigen Urteil schließt sich der Kreis um eine Frau, die als eine der gefährlichsten Serienmörderinnen Thailands in die Geschichte eingehen wird.

 

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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