NAKHON SAWAN – Ein schwerer Korruptionsskandal erschüttert die Provinzpolizei von Nakhon Sawan. Was als nächtlicher Polizeieinsatz getarnt war, entpuppte sich nach neuesten Ermittlungen als perfider Fall von Entführung und Erpressung – begangen offenbar von jenen, die eigentlich für Recht und Ordnung sorgen sollten.
Die Nacht der Verschleppung
Die Ereignisse, die sich zwischen dem 2. und 3. Februar in den Gemeinden Moo 3 und Moo 11 (Tambon Chumtabong) abspielten, lesen sich wie ein Kriminalroman. Die beiden Opfer, identifiziert als Manet und Suwan, wurden laut eigenen Aussagen von einer Gruppe Männern gewaltsam aus ihren Häusern geholt. Die Täter gaben sich als Polizeibeamte aus und hielten die beiden Männer an verschiedenen Orten fest.
Das Ziel der Entführer: 50.000 Baht. Unter massivem psychischem Druck wurden die Opfer gezwungen, die Summe für ihre Freilassung zu zahlen. Das Geld floss schließlich auf ein Konto bei der Kiatnakin Phatra Bank – ein Konto, das direkt zu einem 51-jährigen Polizeigefreiten namens „Ch“ aus dem Bezirk Muang führt.
„Du weißt, was passiert“ – Drohungen gegen Zeugen
Am vergangenen Donnerstag erstatteten die Opfer offiziell Anzeige. Doch die Täter versuchten offenbar bis zuletzt, die Ermittlungen zu torpedieren. Die Zeugin Kamlai (51) berichtete den Ermittlern von einschüchternden Telefonanrufen. Ein Mann, der sich als Beamter der Polizeistation Muang ausgab, warnte sie eindringlich davor, die Geldzahlung zu erwähnen:
„Du weißt, was passieren wird, wenn das öffentlich wird – wir werden alle in Schwierigkeiten geraten.“
Konsequenzen und Korruptionsverdacht
Polizeioberst Ruangyot Kasornbua, Superintendent der Polizeistation Chumtabong, bestätigte den Ernst der Lage. Die Beweislast, bestehend aus Bankbelegen und Zeugenaussagen, sei erdrückend. Der beschuldigte Gefreite wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, zudem wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Generalmajor Narewit Sukonthawit, Kommandant der Provinzpolizei von Nakhon Sawan, griff nun hart durch:
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Der Fall wurde aufgrund der Schwere der Vorwürfe an die Nationale Antikorruptionskommission (NACC) übergeben.
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Sowohl der nationale Polizeichef als auch der Kommandeur der Region 6 wurden eingeschaltet.
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Weitere Verdächtige im Umfeld des suspendierten Beamten werden derzeit identifiziert.
Die Behörden versprachen eine lückenlose und transparente Aufklärung. Der Vorfall wirft jedoch erneut ein Schlaglicht auf das Problem der Willkür und Korruption innerhalb lokaler Polizeistrukturen in Thailand.
STIN // AI