PHUKET – Was als Schiffbruch in der Tiefe begann, entwickelt sich nun zu einer ökologischen Zeitbombe für Thailands beliebteste Ferienregion. Nachdem der Frachter Sealloyd Arc Anfang des Monats vor der Küste sank, hat die schwarze Flut nun die Ufer von Koh Hey erreicht. Die als „Coral Island“ weltbekannte Insel, ein Mekka für Schnorchler und Naturfreunde, kämpft seit Donnerstag gegen klebrige Teerklumpen an ihren weißen Stränden.

Wettlauf gegen die ökologische Kernschmelze

Der Abgeordnete von Phuket, Chalermpong Saengdee, schlug am Mittwochabend Alarm. Die Entdeckung schwarzer Ölfladen im kristallklaren Wasser von Koh Hey markiert eine neue Eskalationsstufe. Doch das ist erst der Anfang: Chalermpong warnt vor einer Ausweitung der Katastrophe auf die Filetstücke der thailändischen Küste.

Diese Gebiete stehen jetzt auf der Kippe:

  • Ao Rawai & Rawai Beach: Zentrum der lokalen Fischergemeinden.

  • Nai Harn & Kata Beach: Hotspots des internationalen Tourismus.

  • Koh Kaeo Noi & Koh Kaeo Yai: Heimat wertvoller Korallenriffe und lebenswichtiger Seegraswiesen.

„Die Ausbreitung ist eine direkte Bedrohung für unser Ökosystem und das Rückgrat unserer Wirtschaft – den Tourismus“, betonte Chalermpong in einem dringenden Appell für sofortige Notfallmaßnahmen.


Handarbeit gegen die Teerflut

Das Maritime Enforcement Command Centre (Thai-MECC) hat die Insel zum Einsatzgebiet erklärt. Auf einer Länge von rund 900 Metern ist der Strandabschnitt von Koh Hey bereits mit Teerklumpen und öligen Rückständen übersät. Sogar die schwimmenden Anlegestellen für Touristenboote sind von einem schmierigen Film überzogen.

Die Strategie der Retter ist mühsam: Um die empfindliche Natur nicht durch schweres Gerät zusätzlich zu schädigen, setzt die Behörde auf manuelle Bergung. Freiwillige und Einsatzkräfte sammeln die Giftstoffe händisch ein, während die Entsorgung unter strengster staatlicher Kontrolle steht.

Operation in 60 Metern Tiefe

Während an der Oberfläche geschrubbt wird, findet der eigentliche Kampf in der Tiefe statt. Ein Team von Spezialtauchern wurde beauftragt, das Wrack der Sealloyd Arc in rund 60 Metern Tiefe zu versiegeln. Das Ziel: Das Leck an der Quelle zu stoppen, bevor noch mehr Schweröl in die Strömungen des Andamanischen Meeres gelangt.

Hintergrund des Unglücks: Die unter panamaischer Flagge fahrende Sealloyd Arc (4.339 Tonnen) sank am 7. Februar auf ihrem Weg von Malaysia nach Bangladesch. Alle 16 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden, doch die Fracht bleibt ein Risiko: Von den 297 Containern an Bord enthalten 14 gefährliche Güter.

Die Behörden erneuerten am Donnerstag ihre Warnung an die Öffentlichkeit und Fischer: Angespülte Container dürfen unter keinen Umständen geöffnet oder auch nur berührt werden. Während die thailändische Marine versucht, die Kontrolle über die Lage zu behalten, bleibt die Angst, dass das „Paradies Phuket“ für lange Zeit einen schwarzen Fleck behalten könnte.

 

 

STIN // AI

Von stin

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