PARIS – Der Himmel über dem Nahen Osten ist zur Sperrzone geworden, und die Schockwellen bringen den weltweiten Flugplan zum Einsturz. Seit dem Ausbruch der Covid-Pandemie hat die zivile Luftfahrt keinen derart drastischen Einschnitt mehr erlebt wie an diesem schwarzen Sonntag.
Was als regionaler militärischer Schlagabtausch begann, hat sich innerhalb von Stunden zu einer logistischen Katastrophe globalen Ausmaßes ausgeweitet. Nachdem Teheran auf die massiven US-israelischen Angriffe mit einer beispiellosen Eskalation reagierte, steht der internationale Flugverkehr vor dem Kollaps.
Brennpunkt Dubai: Das Herz der Luftfahrt steht still
Besonders dramatisch ist die Lage an den strategischen Knotenpunkten der Welt. Der International Airport Dubai, der als geschäftigster Hub für den weltweiten Passagierverkehr gilt, wurde ebenso wie der wichtigste Flughafen Kuwaits zur Zielscheibe. Augenzeugen und Berichte bestätigen, dass Teheran im Rahmen seiner Vergeltungsschläge beide Standorte direkt attackierte.
Die Reaktion der Anrainerstaaten erfolgte prompt und radikal:
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Vollständige oder teilweise Luftraumsperrungen: Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Abrupter Stillstand: Der zivile Luftkorridor zwischen Europa, Asien und Afrika wurde am Samstag praktisch über Nacht zerrissen.
Passagiere weltweit gestrandet
Die Liste der betroffenen Airlines liest sich wie das „Who is Who“ der Luftfahrtbranche. Branchenriesen wie Lufthansa, Emirates, Air France, British Airways und Turkish Airlines sahen sich gezwungen, ihre Verbindungen in die Region und darüber hinaus komplett zu streichen.
Die nackten Zahlen der Flugverfolgungsseite FlightAware zeichnen ein Bild der Verwüstung: Bis Sonntagvormittag (10:00 Uhr GMT) wurden weltweit bereits über 6.700 Verspätungen und 1.900 Totalausfälle registriert – eine Zahl, die sich zu den Tausenden Streichungen des Vortags addiert.
Ein logistischer Albtraum ohne Ende?
Während Israel und der Iran sich am Sonntag weiterhin neue Gefechte lieferten, bleibt die Lage für Millionen Reisende ungewiss. Experten warnen, dass die Neuordnung der globalen Flugrouten Tage, wenn nicht Wochen in Anspruch nehmen könnte, da die Kapazitäten auf den verbleibenden Ausweichrouten bereits jetzt hoffnungslos überlastet sind.
STIN // AI