Inmitten wachsender geopolitischer Spannungen im Nahen Osten hat Thailands Energieminister Auttapol Rerkpiboon einen umfassenden strategischen Kurswechsel angekündigt. Um die nationale Energieversorgung abzusichern, bricht das Königreich mit alten Lieferketten und bereitet sich auf ein Szenario vor, in dem die Lebensader der globalen Ölversorgung – die Straße von Hormuz – unpassierbar werden könnte.

Die Flucht aus der Straße von Hormuz

Die Sorge um die Sicherheit der Tankflotte treibt das Ministerium zu drastischen Schritten. Anstatt wie üblich auf Rohöl aus dem Nahen Osten zu setzen, verlagert Thailand seine Einkäufe massiv nach Westafrika und in die Vereinigten Staaten. Diese Lieferungen sollen bereits bis Ende April gesichert und verschifft sein.

Obwohl die Straße von Hormuz aktuell nicht vollständig blockiert ist, reagieren die Märkte nervös. Bei Preisen zwischen 75 und 85 US-Dollar pro Barrel – ein Plus von etwa 7 % – hat das Ministerium bereits ein Notfallzentrum eingerichtet, das die Lage im Sekundentakt überwacht.

Finanzielle Puffer und Exportstopps

Für die thailändischen Verbraucher gibt es eine vorsichtige Entwarnung an der Zapfsäule: Der nationale Öl- und Kraftstofffonds ist mit einem Stand von 2.459 Millionen Baht (Stand 1. März 2026) im Plus und steht bereit, um Preissprünge abzufedern.

Gleichzeitig zieht die Regierung die Zügel bei den Exporten an:

  • Exportstopp: Grundsätzlich werden Ölexporte zur Sicherung des Eigenbedarfs ausgesetzt.

  • Ausnahme Laos: Das Nachbarland wird weiterhin beliefert, da Thailand im Gegenzug auf Energieimporte aus Laos angewiesen ist. Die Kontrollen werden jedoch verschärft, um illegalen Weiterverkauf in Drittländer zu verhindern.

  • Lagerkontrolle: Ölhändler werden strenger geprüft, um Hamsterkäufe über das notwendige Maß hinaus zu unterbinden.


Die Erdgas-Herausforderung: LNG aus den USA

Besonders kritisch bleibt die Lage beim Flüssigerdgases (LNG). Während die Versorgung mit Flüssiggas (LPG) aktuell stabil ist, bereitet das aus Katar stammende LNG Sorgen, da auch dieses durch die Straße von Hormuz transportiert werden muss.

Minister Auttapol bestätigte, dass Thailand bereits Spot-Lieferungen aus den USA ausgehandelt hat. Da diese kurzfristigen Käufe teurer sind als vertraglich festgelegte Preise, könnte dies den thailändischen Strompreis unter Druck setzen. Das Ministerium versucht hier gegenzusteuern, indem Wartungsarbeiten an Kraftwerken verschoben werden, um die Effizienz zu maximieren.

Stromversorgung am Limit: 36.000 Megawatt erwartet

Für Ende April prognostiziert das Ministerium eine Spitzenlast von 36.000 Megawatt. Um Blackouts zu vermeiden, wird die Strategie der „maximalen Auslastung“ gefahren:

  1. EGAT (Electricity Generating Authority of Thailand) steigert die Leistung von Wasserkraft und Kohlekraftwerken.

  2. In der kritischen Phase im April werden keine Wartungsarbeiten an Kraftwerken durchgeführt.

  3. Zusätzliche Brennstoffe könnten kurzfristig von Petronas aus Malaysia bezogen werden.

„Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ausreichende Reserven an Öl, Gas und Strom zu sichern“, betonte Auttapol.

Ein Appell an die Nation

Der Minister schloss mit einem eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit und die Industrie: Um die Importabhängigkeit zu senken, müsse der Privatsektor seine Produktionspläne anpassen und die Bevölkerung verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Energieeffizienz sei in diesen Tagen nicht mehr nur ein Umweltaspekt, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit.

 

STIN // AI

Von stin

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berndgrimm
berndgrimm
6 Tage zuvor

Seit dem 24.Februar ist STIN mit seiner Propaganda hier alleine,nein, eigentlich seitdem 20. Februar denn seitdem gibt es hier keine Nicht-STIN Kommentare mehr.
Der Wahlbetrug wird verteidigt und zur Ablenkung gibts STIN’s Haßtiraden auf Thaksin.
Ich teile zwar STIN’s Meinung über Thaksin aber ich bin Realist und lebe im Gegensatz zu STIN immer noch in TH, deshalb ist meine Meinung diese:
Weder Prayuth noch Anutin , noch deren Auftraggeber sind einen Deut besser als Thaksin , im Gegenteil .
Die parteiischen Staatsanwaltschaften, Gerichte und gelenkte Medien habe alle angeblichen „Fälle“ Thaksins in die Öffentlichkeit gezogen.
Ich wünschte mir daß soetwas auch mit Prayuth und Anutin geschehen würde.Gleiiches Recht für Alle. Aber nicht in TH.
Und nun zu obiger „Story“:
TH könnte sich locker selber mit Öl und Gas versorgen,brauchte keine Kohlekraftwerke mehr wenn man die reichlich vorhandenen natürlichen Energien nutzen würde.
Eiin Beispiel: Wir haben in unserer Anlage die gesamte Beleuchtung auf Solarenergie umgestellt.
Wenn einige ewiggestrige Eigentümer ( die weder selber hier wohnen noch ihre Condos vermietet haben ) nicht blockieren würden könnten wir die gesamte Elektrizität auf Solar umstellen.Inclusive Air Condition und Elektroautos.
Aber in TH ist die Energie viel zu billig und deshalb wird sie verschwendet.
Egal ob Benzin/Diesel oder Strom.

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