Ein politisches Beben bahnt sich in Bangkok an, doch das Volk schlägt Alarm. Während hinter den Kulissen an einem Regierungsbündnis unter der Führung der Bhumjaithai-Partei gefeilt wird, zeigt eine neue Exklusiv-Umfrage des National Institute of Development Administration (Nida): Die thailändischen Wähler sind alles andere als begeistert von den Plänen für eine Vier-Parteien-Allianz.

Die Fronten verhärten sich

Die Zahlen der jüngsten Erhebung, die am 23. und 24. Februar unter 1.310 Wahlberechtigten durchgeführt wurde, sprechen eine deutliche Sprache. Das Szenario, dass sich die Schwergewichte Klatham, die Demokratische Partei, die Volkspartei und Pheu Thai unter dem Banner von Bhumjaithai zusammenschließen, stößt auf massiven Widerstand.

Besonders deutlich ist die Ablehnung gegenüber der Volkspartei: Über 71 % der Befragten erteilten einer Beteiligung an diesem Bündnis eine klare Absage. Auch bei der Klatham-Partei (64,35 %) und den traditionsreichen Demokraten (58,24 %) überwiegt die Skepsis deutlich.

Pheu Thai: Der wankende Partner

Einzig bei der Pheu Thai-Partei ergibt sich ein anderes, wenn auch knappes Bild. Hier befürwortet eine schmale Mehrheit von 54,73 % den Schulterschluss mit Bhumjaithai. Dies ist politisch brisant, da Pheu Thai als entscheidender Zünglein an der Waage gilt, um die Machtverhältnisse stabil zu halten.

Die Anatomie der Umfrage

Das Nida-Institut legte Wert auf eine breite demografische Abdeckung, um ein unverfälschtes Stimmungsbild zu zeichnen:

  • Regionaler Fokus: Die stärkste Beteiligung kam aus dem Nordosten (33,28 %), gefolgt von der Zentralregion und dem Norden.

  • Generationen-Check: Die Altersgruppen der 46- bis 59-Jährigen sowie die Über-60-Jährigen stellten zusammen über die Hälfte der Befragten – Gruppen, die als besonders wechselwählerisch und politisch erfahren gelten.

  • Berufsgruppen: Vor allem Unternehmer und Selbstständige (22,52 %) beteiligten sich rege an der Befragung.

Anutins Griff nach der Macht

Der Hintergrund der Umfrage ist höchst aktuell: Erst letzte Woche sickerten Berichte durch, wonach neun Abgeordnete der Klatham-Partei bereitstünden, die Kandidatur von Bhumjaithai-Chef Anutin Charnvirakul für das Amt des Premierministers zu unterstützen. Damit würde der Regierungsblock auf eine komfortable Mehrheit von 300 Sitzen anwachsen.

Doch während die Arithmetik im Parlament auf dem Papier aufgeht, zeigt die Nida-Umfrage eine tiefe Kluft zwischen den strategischen Manövern in der Hauptstadt und dem Willen der Bürger. Nida kündigte an, die „sich rasant entwickelnde politische Landschaft“ weiterhin genau zu beobachten. Es bleibt die Frage: Kann eine Regierung gegen den erklärten Unmut einer so deutlichen Mehrheit stabil bleiben?


Hintergrund: Die Umfrage spiegelt die wachsende Spannung in Thailand wider, wo Koalitionsbildungen oft von taktischen Wechseln geprägt sind, die bei der Basis für Unmut sorgen.

 

STIN // AI

Von stin

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