Prunkvolle Villen, Privatjets und Kontakte bis in die Regierungsspitze – Benjamin Mauerberger, in Thailands High Society besser bekannt als „Ben Smith“, war der Mann für das ganz große Geld. Doch nun ist das Kartenhaus des südafrikanischen Finanziers spektakulär zusammengebrochen. Während die Polizei in Bangkok Razzien durchführt und Milliarden einfriert, fehlt vom Hauptverdächtigen jede Spur.
BANGKOK – Die Bilder der koordinierten Zugriffe gleichen einem Thriller: Schwer bewaffnete Beamte des Zentralen Ermittlungsbüros (CIB) stürmten am Montag zeitgleich sechs Luxus-Objekte in der thailändischen Hauptstadt. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer monatelangen Jagd auf einen Mann, der sich jahrelang im Glanz der thailändischen Elite sonnte.
Das Phantom von Dubai
Gegen Benjamin Mauerberger und seine thailändische Ehefrau wurden Haftbefehle wegen schweren Betrugs und Geldwäsche erlassen. Doch der Zugriff kam für die Ermittler womöglich zu spät. Der 47-Jährige soll sich bereits im vergangenen September abgesetzt haben. Sein vermuteter Zufluchtsort: Dubai.
Während die Handschellen in Thailand noch leer bleiben, haben die Behörden wirtschaftlich bereits kurzen Prozess gemacht:
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13 Milliarden Baht (ca. 340 Millionen Euro) an Vermögenswerten wurden durch das Amt für Geldwäschebekämpfung (AMLO) eingefroren.
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13 Beweismittel wurden bei den Razzien sichergestellt.
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Sechs Verdächtige wurden in den Gebäuden festgesetzt – sie sollen geholfen haben, die Gelder der Opfer zu verschleiern.
Ein Geflecht aus Gier und Luxus
Die Vorwürfe gegen das Paar wiegen schwer und reichen zurück bis ins Jahr 2016. Mauerberger soll ausländische Investoren mit dem Versprechen auf exklusive Renditen in die Falle gelockt haben. Die Liste der angeblichen Investitionsobjekte liest sich wie ein Katalog für Multimillionäre:
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Immobilien-Aktien: 700 Millionen Baht flossen in mittlerweile wertlose Papiere der Pace Development.
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Privatjet-Leasing: 255 Millionen Baht für einen Traum über den Wolken, der für viele Anleger am Boden endete.
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Energieprojekte: Weitere 126 Millionen Baht verschwanden in einem Kraftwerksprojekt.
Insgesamt beziffert die Polizei den Schaden auf über eine Milliarde Baht. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Ermittler prüfen nun Verbindungen zu dunklen Netzwerken in Kambodscha, darunter Verbindungen zur sanktionierten „Prince Group“.
Zittern in der Politik
Der Fall schlägt politische Wellen bis ins Regierungsgebäude. Mauerberger war kein Unbekannter; er stellte Privatjets für die mächtigsten Männer des Landes bereit – darunter Namen wie Thaksin Shinawatra.
Premierminister Anutin Charnvirakul gab sich am Dienstag vor der Presse kämpferisch: „Niemand steht über dem Gesetz“, betonte er sichtlich bemüht, jeglichen Verdacht der politischen Einflussnahme zu zerstreuen. Auch Landwirtschaftsminister Thamanat Prompow, dem eine Bekanntschaft mit Smith nachgesagt wird, ging in die Offensive: „Die Taten passierten, bevor ich ihn kannte“, wiegelte er ab, bevor er eilig in seiner Limousine verschwand.
Das Netz zieht sich zu
Während Kambodscha derzeit massiv gegen regionale Betrugszentren vorgeht und Tausende Kriminelle ausweist, koordiniert Thailand nun die internationale Fahndung. Für Ben Smith wird die Welt kleiner. Die thailändische Justiz hat klargestellt, dass die eingefrorenen Milliarden erst der Anfang sind.
Die Frage bleibt: Wird Dubai den Finanzier ausliefern, oder bleibt Mauerberger das Phantom, das ein Milliardenloch im Herzen Bangkoks hinterlässt?
STIN // AI
Wird darauf ankommen, ob das mit dem Khmer Diplomatenpass stimmt – er soll einen besitzen.
Hat diesen, wird eine Auslieferung schwierig, wenn ihn Hun Sen schützt.