CHIANG RAI – Massive Warteschlangen und versiegende Zapfsäulen prägen derzeit das Bild im Grenzbezirk Mae Sai. Am 3. März hielt der Ansturm auf die thailändischen Tankstellen unvermindert an, nachdem Gerüchte über einen Exportstopp Thailands die Bevölkerung in Alarmbereitschaft versetzt hatten. Auslöser für die Unsicherheit sind die Auswirkungen der anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten auf die globalen Energiemärkte.
Lange Schlangen nach Grenzöffnung
Unmittelbar nach der Öffnung der thailändisch-myanmarischen Freundschaftsbrücke um 6:30 Uhr setzte ein massiver Zustrom von Fahrzeugen aus dem benachbarten Tachileik (Myanmar) ein. Zahlreiche Pendler versuchten nicht nur, ihre Tanks zu füllen, sondern führten auch zusätzliche Kanister mit sich, um Vorräte für den Fall eines Versorgungsengpasses anzulegen.
Die Dynamik vor Ort hat mittlerweile auch die lokale thailändische Bevölkerung erfasst:
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An vielen Stationen machen Fahrzeuge mit myanmarischen Kennzeichen mehr als die Hälfte der Wartenden aus.
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Besorgte Anwohner in Mae Sai reihten sich aus Angst vor einer eigenen Knappheit ebenfalls in die Schlangen ein.
Lokale Engpässe und Entwarnung im Zentrum
Die Auswirkungen des Ansturms sind bereits spürbar. Zwei Tankstellen am Stadtrand von Mae Sai mussten vorübergehend den Betrieb einstellen, nachdem ihre Bestände vollständig erschöpft waren; neue Lieferungen werden dort erst in zwei Tagen erwartet. Im Gegensatz dazu geben die großen Stationen im Stadtzentrum vorerst Entwarnung und melden weiterhin ausreichende Reserven.
Missverständnis im Goldenen Dreieck aufgeklärt
Auch im Bezirk Chiang Saen kam es zu kurzzeitigen Störungen im Exportgeschäft. Im Goldenen Dreieck hielten Exporteure ihre Lieferungen zunächst zurück, da Berichte über eine angebliche Aussetzung der Exporte durch das thailändische Energieministerium kursierten.
Dies führte dazu, dass mehrere Öltanker an privaten Piers festsaßen. Nach einer offiziellen Klarstellung des Ministeriums, die die Exportstopp-Gerüchte entkräftete, konnten die Schiffe ihre Fahrt am 3. März wieder aufnehmen und die Versorgung der Region stabilisieren.
STIN // AI