Inmitten globaler Unsicherheiten und schwankender Ölpreise greift die thailändische Regierung hart durch: Ab dem 5. März gilt ein striktes Verbot für Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr. Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn schickt damit eine klare Warnung an alle Anbieter – und setzt auf den staatlichen Ölfonds als Schutzschild für die Bürger.

BANGKOK – Die Botschaft aus dem thailändischen Verkehrsministerium ist unmissverständlich: Wer versucht, die aktuelle Marktlage für Wucherpreise auszunutzen, muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen. Wie der stellvertretende Premierminister und Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn nach einem Krisengespräch im Regierungsgebäude mitteilte, wird zum Donnerstag, den 5. März, eine Verordnung in Kraft treten, die jegliche Tarifsteigerungen für Taxis, Fahrdienstvermittler (Ride-Hailing) und Motorradtaxis untersagt.

Der Ölfonds als strategisches Bollwerk

Hinter der Entscheidung steht eine riskante, aber entschlossene Strategie der Regierung. Phiphat betonte, dass die Transportkosten im Inland so lange gedeckelt bleiben, wie der Premierminister den verordneten Kraftstoffpreisstopp aufrechterhält. Ermöglicht wird dies durch den staatlichen Ölfonds.

„In Ausnahmesituationen wie dieser dient der Ölfonds als Puffer, um den Anstieg der Rohöl-Weltmarktpreise von unseren Bürgern fernzuhalten“, erklärte Phiphat.

Trotz historischer Schwankungen – der Fonds verzeichnete in der Vergangenheit Defizite von bis zu 100 Milliarden Baht – befindet sich das Staatskonto für Energiesicherheit derzeit im Plus. Dieser Spielraum soll nun genutzt werden, um die Inflation auf der Straße zu stoppen.

Krisensitzung zur Lage im Nahen Osten

Die Entscheidung fällt in eine Zeit diplomatischer und wirtschaftlicher Anspannung. Phiphat wird die Anweisungen des Premierministers direkt in die zweite Regierungssitzung des Jahres 2026 tragen. Dort steht unter dem Vorsitz des stellvertretenden Premierministers und Finanzministers Ekniti Nitithanprapas eine umfassende Lagebesprechung zum Nahost-Konflikt und dessen Auswirkungen auf die globalen Energiekosten an.

Keine Angst vor der „15-Tage-Frist“

Auf die Frage, was nach dem aktuellen 15-tägigen Einfrieren der Kraftstoffpreise geschieht, gab sich der Minister gelassen. „Nach Ablauf der 15 Tage besteht kein Grund zur Sorge“, so Phiphat. Sollte sich die geopolitische Lage nicht entspannen, behält sich die Regierung vor, die Preisobergrenze zu verlängern. Die Öffentlichkeit könne sich darauf verlassen, dass der Ölfonds die Maßnahmen absichert und ein unkontrolliertes Hochschnellen der Kosten an den Zapfsäulen verhindert.

Während das Verkehrsministerium für den 5. März eine interne Sondersitzung anberaumt hat, bleibt die Marschrichtung klar: Stabilität hat Vorrang vor Marktmechanismen – zumindest solange der Puffer des Ölfonds hält.

 

STIN // AI

Von stin

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