In einer präzise koordinierten Operation ist der thailändischen Polizei ein empfindlicher Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelungen. Im Bezirk Kamphaeng Saen (Provinz Nakhon Pathom) hoben Spezialeinheiten ein strategisches Lager eines großflächig agierenden Drogennetzwerks aus. Die Bilanz der Razzia ist rekordverdächtig: Mehr als 1,5 Tonnen Betäubungsmittel mit einem geschätzten Marktwert von über 520 Millionen Baht (rund 13,5 Millionen Euro) wurden aus dem Verkehr gezogen.
Das Depot des Todes: Zwischen Ketamin und Meth
Am 7. März 2026 trat Generalleutnant Siam Boonsom, Kommissar des Metropolitan Police Bureau, vor die Presse, um die Details des Einsatzes zu verkünden. Gemeinsam mit den Ermittlern der Division 6 präsentierte er die gewaltigen Mengen der sichergestellten Substanzen:
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1 Million Methamphetamin-Pillen (Yaba)
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620 Kilogramm Crystal Meth (Ice)
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810 Kilogramm Ketamin
Neben den Drogen beschlagnahmten die Beamten mehrere Fluchtfahrzeuge, Motorräder sowie Mobiltelefone, die nun forensisch ausgewertet werden, um die Hintermänner zu identifizieren.
Die Spur der „Kunden“: So flogen die Dealer auf
Der Erfolg war kein Zufall, sondern das Ergebnis akribischer Ermittlungsarbeit. Den entscheidenden Hinweis lieferten „Kunden“ des Netzwerks, die bereits am 12. Februar festgenommen worden waren. Durch ihre Aussagen konnten die Ermittler die Route der Schmuggelware rekonstruieren: Die Drogen wurden aus den unwegsamen Grenzregionen eingeschleust und in einem unscheinbaren, angemieteten Haus in Kamphaeng Saen zwischengelagert.
Nach tagelanger Observierung schlugen die Beamten zu und nahmen drei Verdächtige fest: Yutthaporn, Phinyo und Chaiya.
Geständnisse hinter Gittern
In den ersten Vernehmungen zeigten sich die Festgenommenen geständig. Während Yutthaporn und Phinyo die Lagerlogistik koordinierten, fungierte Chaiya als bewaffneter Wachmann des Anwesens. Bei der Durchsuchung stießen die Polizisten im Erdgeschoss auf unzählige weiße, gewebte Säcke, in denen das Rauschgift für den Weitertransport bereitlag.
„Wir warteten nur auf die Anweisungen der Finanziers“, gaben die Verdächtigen zu Protokoll.
Der Plan sah vor, die Großlieferungen in kleinere Einheiten umzupacken, um sie an verschiedenen Übergabepunkten an lokale Abnehmer zu verteilen. Für diesen riskanten Job kassierte jeder der Beteiligten 70.000 Baht pro Fahrt. Ein lukratives, aber kurzes Geschäft: Die Männer gaben an, erst zweimal für das Syndikat gearbeitet zu haben, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.
Die Jagd geht weiter
Für die Metropolitan Police Division 6 ist der Fall mit diesen Festnahmen noch lange nicht abgeschlossen. Laut Generalleutnant Siam Boonsom habe man das Netzwerk im Gebiet Kamphaeng Saen bereits seit längerem im Visier und die Ermittlungsintensität zuletzt verzehnfacht. Die Polizei ist zuversichtlich, durch die Auswertung der sichergestellten Daten bald auch die Finanziers und Drahtzieher hinter den Kulissen dingfest zu machen.
STIN // AI